Ichi the Killer (Koroshiya 1)

Takashi Miike (Japan 2001)

Manga Movies
Noch bis Ende Januar widmet das Museum Rietberg dem Manga, seinen Erzählformen und -möglichkeiten eine Ausstellung. Wir nehmen den Ball auf und stellen eine kleine Auswahl von Manga-Adaptionen für die Leinwand zusammen, von Klassikern wie Akira und Nausicaä aus dem Tal der Winde bis zu Zürcher Kinopremieren von In This Corner of the World und Ichi the Killer. Im Kinderfilmprogramm wird passend dazu der Anime The Piano Forest mit Workshop angeboten.

English review

Als der Boss einer Yakuza-Bande mit einem Haufen Geld verschwindet, macht sich dessen rechte Hand Kakihara auf die Suche nach dem Verbleib. Dabei schreckt er nicht vor übelsten Folterungen zurück. Gleichzeitig werden die Bandenmitglieder einer nach dem anderen von einem mysteriösen Ichi regelrecht dahingemetzelt. Fasziniert kann Kakihara es kaum erwarten, dem Killer zu begegnen. Doch Ichi handelt unter Hypnose und wird von Jijii, der Ichis Psychosen auszunutzen weiss, manipuliert. (pm)
«Man kann bei Miike selten umhin zu fragen: Hat der Film Spass an der Gewalt, verleitet er den Betrachter selbst zur Lust daran? Die Antwort lautet hier: eher nein. Natürlich ist die Darstellung der extremen Gewalt, der angerichteten Blutbäder mitunter komisch, aber dies vor allem in den Momenten, in denen sich aller Realismus verflüchtigt, das Comicmoment überwiegt. Die Figuren aber, die hier töten und Gewalt ausüben, taugen gar nicht zur Identifikation, beides, das Töten wie die Gewalt, ist mit widerwärtigen Motivationen kurzgeschlossen, ist dem Betrachter, der zusehen muss, (...) eine Qual (das spricht freilich gerade für, nicht gegen den Film). An der so durch und durch verrohten Bande, die Miike vorführt, gibt es nichts zu bewundern. Natürlich erteilt Miike keine Lektionen, fällt er keine moralischen Urteile, gibt dem denkbar unheroischen Schrecken Gesichter, Taten und blutstrotzende Bilder. Nicht zuletzt aber der Overkill nimmt der Darstellung viel vom Spekulativen, das hier lauert. Eher könnte man vermuten, dass der Effekt eine Katharsis wäre, allerdings nicht eine Reinigung durch starken Affekt, sondern eine heilsame Beschmutzung durch Überdruss, bis zum Ekel, an der Stumpfheit der vorgeführten Welt.» (Ekkehard Knörer, jump-cut.de)

Wir zeigen den Film in der von Miike autorisierten restaurierten, ungekürzten Fassung.

Dieser Film enthält explizite Szenen starker Gewalt, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt gegen Frauen, Folter und Verstümmelung.


129 Min. / Farbe / DCP / Jap/e

zur Website der Veranstalter:in

Daten

Donnerstag, 27. Januar 2022

Weitere Daten

Freitag, 04. Februar 2022

Künstler:innen / Personen

Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Sakichi Sato
Autor: Hideo Yamamoto
Kamera: Hideo Yamamoto
Musik: Karera Musication, Seiichi Yamamoto
Schnitt: Yasushi Shimamura
Besetzung: Tadanobu Asano (Kakihara), Nao Omori (Ichi), Shinya Tsukamoto (Jijii, Ichis Helfer), Paulyn Sun (Karen), Sabu aka Hiroyuki Tanaka (Kaneko), Susumu Terajima (Suzuki), Shun Sugata (Takayama), Suzuki Matsuo (Jiro & Saburo, die Zwillinge), Mai Goto (Sailor), Rio Aoki (Miyuki)

Veranstalter:in

Filmpodium

Das Filmpodium zeigt an die 350 verschiedene Filme jährlich. Thematische Reihen und Retrospektiven von Klassikern der Filmgeschichte sind ebenso zu sehen wie Premieren unabhängiger Autorenfilme aus aller Welt und Sonderveranstaltungen mit...

Details

Ort

Filmpodium Kino

+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch
Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich

Dein Weg

Zugänglichkeit:

Das Kino ist rollstuhlgängig und verfügt über eine Funk-Höranlage.

Mehr InfosWeniger Infos

Weitere Veranstaltungen

Filmpodium

Slapstick-Familienprogramm

Drei kurze Stummfilm-Slapstick-Komödien mit Live-Musik. Für jüngere Kinder werden die Zwischentitel live in Dialekt eingesprochen.

22.01.2022  |  15:00 Uhr

Filmpodium

Meine Nachbarn die Yamadas (Hôhokekyo tonari no Yamada-kun)

«Die Yamadas sind eine Familie, wie sie gewöhnlicher kaum sein könnte. Papa Takashi hat einen langweiligen Bürojob, Mama Matsuko kümmert sich um...

22.01.2022  |  18:00 Uhr

Filmpodium

The Single Standard

English review«Greta Garbo in einer ungewöhnlichen Rolle als moderne, mondäne Frau, die sich ihre Männer selbst aussucht und grossen Wert auf...

22.01.2022  |  20:45 Uhr