Der wilde Planet

Le planète sauvage

Was für eine Offenbarung muss die von Roland Topor ganz im Geist der psychedelischen Siebziger gezeichnete radikale politische Parabel bei ihrer Premiere in Cannes gewesen sein!

Die Draag sind riesenhafte blaue Wesen mit roten Augen und umfassendem Wissen, die auf dem Planeten Ygam leben. Genauso wie die Om, die so heissen, weil das wie das französische «homme» klingt – und wie Menschen sehen sie auch aus. Doch im Gegensatz zu den Draag sind die Angehörigen der menschlichen Spezies vergleichsweise winzig. Es gibt sie in domestizierter und in wilder Form. Vor allem junge Draag sind ganz versessen darauf, sich ein Menschlein als eine Art Haustier und Spielzeug zu halten. So auch das Draag-Mädchen Tiwa, dem von seinen Eltern erlaubt wird, den kleinen Terr («terre» bedeutet auf Deutsch Erde) in seine Obhut zu nehmen. Terr hat es gut bei Tiwa, und er wächst schnell heran. In der hoch entwickelten Zivilisation der Draag wird die Meditation als Kulturtechnik gepflegt; doch die Haustiermenschen sind auch nicht auf den Kopf gefallen. Der wissbegierige Terr etwa ist immer an Tiwas Seite, wenn sie über eine Art Kopfhörer unterrichtet wird, und kommt so in den Genuss von Bildung, die eigentlich den Draag vorbehalten ist. Als Tiwa erwachsen wird und das Interesse an ihrem Spielzeug verliert, schliesst sie Terr von ihren Unterrichtsstunden aus. Deshalb flieht er – Tiwas «Kopfhörer des Wissens» nimmt er mit – und schliesst sich seinen wild im Wald lebenden Artgenossen und deren Revolte gegen die Draag an. An einem sicheren Ort vermittelt er ihnen Bildung und bereitet alles vor für die finale Reise zu seinem eigentlichen Ziel: dem Wilden Planeten.

Mit ihrem aussergewöhnlichen, lange nicht mehr im Kino gespielten Zeichentrickfilm ist René Laloux und Roland Topor, dem visuellen Mastermind von DER WILDE PLANET, ein Meilenstein des Genres gelungen, der Science-Fiction mit einer klaren humanistischen Botschaft verbindet. Eine fantastische Reise durch fremdartige und zugleich faszinierende Welten zwischen Utopie und Nostalgie.

• Zeichentrickfilm für Kinder im Oberstufenalter (ab 12 Jahren)

Ab 12 Jahren

zur Website der Veranstalter:in

Ticketinformationen

Legi/AHV: CHF 14.00

Kinder/Mitglieder/Kulturlegi: CHF 9.00

Künstler:innen / Personen

Regie: René Laloux

Veranstalter:in

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