Evan Ifekoya ~ Resonant Frequencies

Das Migros Museum für Gegenwartskunst präsentiert die erste Einzelausstellung von Evan Ifekoya in der Schweiz. Als Künstler*in und Energiearbeiter*in lebt Ifekoya in London. Die Klanginstallation ~ Resonant Frequencies verwandelt das Erdgeschoss des Museums in ein multisensorisches Environment, in dem wir transzendenten Anteilen in uns nachspüren können. Klang spielt eine wichtige Rolle in Ifekoyas Praxis, die von dem Wunsch getragen ist, dem Wesen von Sein und Wissen in, aber auch ausserhalb der visuellen Wahrnehmung nachzuspüren.

Mit Betreten des Museums treffen wir auf die erste «Portaleinheit», einen Raum für individuelle und kollektive Begegnungen, der den Besucher*innen zugleich einen Rückzugsort bietet. Durch die Sonne in seiner Mitte – einem skulpturalen Klangobjekt – hören wir die Stimme von Oceanic Sage (ein Pseudonym Ifekoyas). Die Sonne, die in manchen Kulturen als Inbegriff des Göttlichen gilt, steht für eine Orientierung oder Perspektive, die anerkennt, dass Körper, Bewusstsein und Geist untrennbar miteinander verbunden sind.

Jede der «Portaleinheiten» stellt uns eine Klangkomposition vor, die eine Schwingung in uns hervorruft, sodass unsere Körper zu Instrumenten werden. Die mehrstündige Klangkomposition mit Beiträgen von Ifekoya und fünf Kollaborationspartner*innen – Rebekah Alero, Rahima Gambo, Maïa Nunes, Maïté Chénière (a.k.a. Mighty) und MINQ – erkundet das Wissen, das in Gemeinschaften entsteht. Die akustische Ebene rückt bewusst die Wirklichkeit von Menschen in den Vordergrund, die historisch und systematisch von sakralen Räumen ausgeschlossen waren. Sie regt dazu an, sich durch das Erlebnis von Klang, Stille und Zuhören in veränderte Bewusstseinszustände versetzen zu lassen. Ifekoya arbeitet mit «Solfeggio-Frequenzen» – Schwingungen, von denen es heisst, dass sie eine heilende Resonanzwirkung auf Geist und Körper besitzen und uns helfen können, Gleichgewicht und Harmonie zu finden.

Eine Hauptfrage, der Ifekoya nachgeht, ist: Wie lernen wir, Resonanzen zu hören? Und wie können solche Techniken der Einstimmung auf Resonanzfrequenzen uns helfen, unser inneres Licht jenseits der Dunkelheit wahrzunehmen? Ifekoyas Werk ist von Wissensbewahrer*innen innerhalb wie ausserhalb indigener Traditionen und Praxen inspiriert, die Black Consciousness und queeres Bewusstsein vermitteln möchten. Durch vielfältige Formen verkörperter und über Generationen tradierter spiritueller Gebräuche, insbesondere durch den Einsatz von Trommeln, untersucht Ifekoya, was es heisst, trotz der unablässigen systematischen Gewalt, eine Lebenspraxis zu gestalten. Heilung durch Klang und die Erkundung von Resonanzfrequenzen stellen in Ifekoyas Kunst ein spirituelles Erbe und eine Einladung dar und laden ein, in tiefere Schichten des Ich einzutauchen.

Kurator: Dr. Michael Birchall (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst)
Kuratorische Assistenz: Lucas Hagin (Volontär, Migros Museum für Gegenwartskunst)

Begleitend zur Ausstellung erscheint im März 2022 ein vom Studio Marie Lusa gestalteter Katalog mit Beiträgen von Kojo Abudu, Michael Birchall, Evan Ifekoya und Grace Ndiritu im Verlag Scheidegger & Spiess erscheinen.


zur Website der Veranstalter:in

Künstler:innen / Personen

Evan Ifekoya

Veranstalter:in

Migros Museum für Gegenwartskunst

Seit 1996 setzt sich das Migros Museum für Gegenwartskunst für die Produktion, das Ausstellen, Sammeln und Vermitteln internationaler zeitgenössischer Kunst ein. Es präsentiert auf zwei Stockwerken wechselnde Einzel- und Gruppenausstellungen...

Details

Ort

Migros Museum für Gegenwartskunst

+41 (0)44 277 20 50
info@migrosmuseum.ch
Limmatstrasse 270
8005 Zürich

Dein Weg

Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag: 11:00 - 18:00
Donnerstag: 11:00 - 20:00

Donnerstag 17:00 - 20:00 Eintritt frei

Zugänglichkeit:

Zum Haupteingang führt eine Treppe mit 14 Stufen. Der Alternativeingang dazu befindet sich im Hof (Einfahrt über Gerstenstrasse, Behindertenparkplätze für CHF 5/h vorhanden). Der Eingang ist durch einen Lift erschlossen, der mit Eurokey zugänglich ist. Der gesamte Ausstellungsbereich ist hindernisfrei zugänglich. Der Lift erschliesst alle relevanten Gebäudeebenen. Eine Rollstuhl-Toilette befindet sich im 1. Untergeschoss.

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