Frida Orupabo – I have seen a million pictures of my face and still I have no idea

Frida Orupabo seziert Bilder, zerlegt dabei Schwarze Körper und fügt ihre Gliedmassen skizzenhaft wieder zusammen, um ihnen neues Leben, andere Erzählungen, eine andere Geschichte zu ermöglichen. Mit ihren analogen schwarz-weiss Collagen und Videoarbeiten fordert die norwegisch-nigerianischen Künstlerin und Soziologin unsere Sehgewohnheiten heraus – und macht dabei sichtbar, wie die Fotografie an der Bildung und Fortschreibung kolonialer Machtverhältnisse beteiligt ist, die sich nicht zuletzt auch im Blick einschreiben.

Für ihre feingliedrigen und teils skulpturalen Arbeiten nutzt Orupabo im Netz zirkulierendes Bildmaterial aus Filmen, Kunst und Populärkultur, aber auch aus der Wissenschaft, Ethnografie oder der Medizin. Im Zentrum steht dabei der Schwarze weibliche Körper: An dessen gewaltvoller (Bild-)Geschichte verhandelt die Künstlerin die Themen koloniale Gewalt, Rassismus, Sexualität und Identität. Indem sie Bildausschnitte in neue Zusammenhänge setzt und die daraus entstehenden Bruchstellen wie Narben hervortreten lässt, dekonstruiert Orupabo stereotype Darstellungen, Prozesse der Objektivierung, Fixierung und Fremdzuschreibung, bei denen die Fotografie zur Komplizin des kolonialen Blicks und seinem Vermächtnis wird.

Über das Einbinden von privaten Fotografien aus ihrem Familienarchiv ordnet sich die norwegisch-nigerianische Künstlerin und Soziologin zugleich auch biografisch in die kollektive Bildgeschichte und ihre mediale Fortschreibung ein. Orupabos künstlerische Praxis formuliert eine subtile Form des Widerstands, die den vorherrschenden Blick durchkreuzt und die Betrachter_innen schonungslos zum Blickaustausch herausfordert.

Das Fotomuseum Winterthur präsentiert die erste Einzelausstellung von Frida Orupabo (*1986) in der Schweiz. Orupabos Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u.a. an der Biennale von São Paulo (2021), in der Kunsthalle Trondheim (2021), im Museum Ludwig, Köln (2020), der Biennale di Venezia (2019), der Julia Stoschek Collection, Berlin (2018), oder der Galerie Nordenhake, Stockholm (2018).

Der Ausstellungstitel ist ein Zitat von Elaine Kahn, I Know I Am Not an Easy Woman, 2015.


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Daten

Bis zum 29. Mai 2022

Ticketinformationen

Ausstellung Fotomuseum Winterthur: CHF 12.– (reduziert CHF 10.–)
Ausstellung Fotostiftung Schweiz: CHF 12.– (reduziert CHF 10.–)
Ausstellungspass (alle Ausstellungen): CHF 19.– (reduziert CHF 15.–)
Freier Eintritt jeweils mittwochs 17:00–20:00
Veranstaltungen: CHF 5.– bis 10.– (zuzüglich Ausstellungseintritt)

Veranstalter:in

Fotomuseum Winterthur

Das Fotomuseum Winterthur ist führend in der Präsentation und Diskussion der Fotografie und visuellen Kultur. Die Institution zeigt Arbeiten junger wie auch etablierter Fotograf_innen im Rahmen von wechselnden Einzel- und thematischen...

Details

Ort

Fotomuseum Winterthur

+41 (0)52 234 10 60
fotomuseum@fotomuseum.ch
Grüzenstrasse 44
8400 Winterthur

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Öffnungszeiten:

Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag: 11:00 - 18:00
Mittwoch: 11:00 - 20:00

Montag: geschlossen

Zugänglichkeit:

rollstuhlgängig

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