Kunst am Montagmittag: Friedl Dicker-Brandeis und das Bauhaus

Noch immer gibt es Kunstschaffende, die durch das Netz des Kanons fallen: Friedl Dicker-Brandeis (1898–1944) gehört zweifellos dazu. Und dies, obwohl sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein beeindruckendes und weit verzweigtes Werk schuf. 
Es umfasst sowohl bildende wie auch angewandte Kunst, Bühnenbild, Architektur und Design. Geprägt vom Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule, an der Itten-Privatschule und am Weimarer Bauhaus, arbeitete Dicker-Brandeis in unterschiedlichen
Medien und Genres. In ihrem Schaffen spiegeln sich ihre reformorientierten Bestrebungen genauso wie ihre Beschäftigung mit Musik und mit Schrift-Bild. Herausragend ist dabei stets die gekonnte Übersetzung formaler Aspekte zwischen den Medien.

In Europa erlangte Dicker-Brandeis’ Werk seit den 1990er-Jahren eine grössere Aufmerksamkeit, doch in der Schweiz ist es bislang noch nie in einer Einzelausstellung präsentiert worden. Basierend auf dem einzigartig grossen Bestand in Kunstsammlung und Archiv der Universität für Angewandte Kunst Wien schliesst die Graphische Sammlung ETH Zürich nun diese Lücke.

Die Ausstellung stellt Friedl Dicker-Brandeis’ Schaffen in ihrer Breite vor und beleuchtet ihre Stationen in Wien und Berlin, im Exil 
und als Deportierte. Wie viele ihrer Generation fand Dicker-Brandeis über Jahrzehnte keinen Eingang in die Kunstgeschichte der europäischen Moderne. Begründet ist dies nicht zuletzt in der Zerstörung ihres architektonischen Werkes und der Verfolgung 
und Ermordung als links positionierte, jüdische Künstlerin. Die erstmalige Präsentation in der Schweiz wird die hervorragende Qualität ihrer künstlerischen Arbeit in den Fokus rücken.

Saskia Goldschmid, Graphische Sammlung ETH Zürich


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Veranstalter:in

Graphische Sammlung ETH Zürich

Ob Alte Meister oder junge Schweizer Kunst – ob gedruckt oder gezeichnet: die Graphische Sammlung der ETH Zürich ist eine hochkarätige Kunstsammlung mit rund 160‘000 Werken auf Papier. Sie gehört zu den grössten und bedeutendsten Graphischen ...

Ort

Graphische Sammlung

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ETH
8092 Zürich
+41 (0)44 632 40 46

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