Filmpodium

So, 05.12.2021 | 15:00 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

The Bridge on the River Kwai

David Lean (GB 1957)

Corinnes Blind Dates
Nach fast sechzehneinhalb Jahren verlasse ich Ende November altershalber das Filmpodium. In dieser langen Zeit haben Sie mir und meinem Team, insbesondere Andreas Furler (bis 2013) und Michel Bodmer (2014 bis heute), Ihr Vertrauen geschenkt und unser Programmangebot neugierig angenommen. Heute bitte ich Sie erneut darum. Es ist allerdings mit einem Risiko verbunden: Ich kenne die Filme, die ich ausgewählt habe, nämlich nicht.

Mitten im Zweiten Weltkrieg im Dschungel von Burma: Der britische Oberst Nicholson gerät mit seiner Einheit in japanische Kriegsgefangenschaft und setzt fortan seinen ganzen Ehrgeiz in den Bau einer Eisenbahnbrücke, von der nur der Feind strategisch profitiert. Zur gleichen Zeit will eine multinationale Spezialtruppe unter der Leitung des Briten Major Warden, der den aus dem Gefangenenlager geflohenen US-Major Shears als Scout verpflichtet hat, diese Brücke in die Luft jagen.
«David Leans erstes internationales Epos, ein Dschungeldrama voll irregeleiteter Disziplin, verfehlter Loyalität, politischer Paradoxie. (…) Souverän bewältigt Lean die für ihn damals neuen Dimensionen: Mitten in der Wildnis des Urwalds suggeriert er klaustrophobische Enge, kluge Montagen zwischen zwei aufeinander zustrebenden Handlungssträngen schaffen Suspense, und die letzten zehn Minuten des Films sind ohnehin ein Lehrbeispiel für die Manipulation der Zeit-Wahrnehmung durch Ton und Schnitt. Der formalen Virtuosität entspricht die thematische Ambivalenz: Wird britisches Offiziersethos hier gefeiert oder verdammt? Konsequenterweise lautet das letzte Wort des Films denn auch ‹Madness›.» (Hans Langsteiner, Österreichisches Filmmuseum, 2/2009)
«Die meisten Kriegsfilme sind entweder für oder gegen den Krieg. The Bridge on the River Kwai ist einer der wenigen, der seine Aufmerksamkeit nicht auf das Richtige oder Falsche, sondern auf das Individuum selbst richtet. (…) Während sich in Leans späteren Filmen eine gewisse Erhabenheit findet, die den Verlust menschlicher Details wettmacht, achtet er in The Bridge on the River Kwai noch auf die persönliche Note, etwa in Oberst Nicholsons selbstgefälligen Untersuchungen der fertiggestellten Brücke; beinahe schon King-Lear-ähnlich mutet Nicholsons letzter Anflug von gesundem Menschenverstand an: ‹What have I done!›» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 18.4.1999)
161 Min. / Farbe / DCP 4K / E/d*

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

05.12.2021
15:00 - 17:41 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: David Lean
Drehbuch: Michael Wilson, Carl Foreman
Autor: Pierre Boulle
Kamera: Jack Hildyard
Musik: Malcolm Arnold
Schnitt: Peter Taylor
Besetzung: Alec Guinness (Colonel Nicholson), William Holden (Commander Shears), Jack Hawkins (Major Warden), Sessue Hayakawa (Colonel Saito), James Donald (Major Clipton), Geoffrey Horne (Lieutenant Joyce), André Morell (Colonel Green), Peter Williams (Captain Reeves), John Boxer (Major Hughes), Percy Herbert (Grogan), Harold Goodwin (Baker), Ann Sears (Krankenschwester)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch


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English review

Das indigene Volk der Miskito, das von Nicaraguas Somoza-Regime verfolgt wurde, schloss sich der Sandinis
ten-Revolution an in der Hoffnung auf Freiheit und kulturelle Selbstständigkeit. Doch als die Sandinisten an die Macht kamen, wurden die Miskito brutal aus ihrem Stammesgebiet vertrieben und in die Neuzeit geschleppt. Enttäuscht zogen die Miskito erneut in den Kampf gegen das Regime, unterstützt von Somoza-Leuten und der CIA. Dabei rekrutierten sie Kindersoldaten.
«Der grösste Teil des Films besteht aus Interviews in Flüchtlingslagern mit den Miskito, die mit einem schrecklichen, gelassenen Stoizismus aus erster Hand von Folter und Mord erzählen. Herzog, ein politischer Skeptiker, dessen anfängliche Sympathien wohl der Revolution galten, nimmt all dies mit unsentimentaler Trauer auf. ‹Ich kann nicht glauben›, sagt er an einer Stelle, ‹dass die Sandinisten dies beabsichtigt haben.› Ballade vom kleinen Soldaten ist kein aufrührerischer Film. Er ist sowohl ein Klagelied über den idiotischen Zustand der Welt als auch ein Lobgesang auf den menschlichen Geist.» (Vincent Canby, New York Times, 3.4.1985)
Lektionen in Finsternis (Frankreich/GB/Deutschland 1992)
English review

«Nach dem Ersten Golfkrieg reisten Herzog und Kameramann und Koproduzent Paul Berriff nach Kuwait. Was sie im Sand vorfanden, war neben Knochen, Kratern, rostendem Militärschrott und zerschmetterten Gebäudehüllen ein flammendes Inferno. Die düstere Landschaft, die sich ihnen bot, war noch dramatischer als die Trümmer, die Herzog in der Sahara für Fata Morgana gefilmt hatte. Kein Wunder also, dass er sich anstelle des (ironischen) Schöpfungsmythos, den er für den früheren Film verwendet hatte, eine ‹Erzählung› ausdachte, um die apokalyptischen Aspekte von Saddam Husseins Feuersbrunst hervorzuheben. Das Ergebnis in 13 ‹Kapiteln› ist eine Beschwörung der Hölle auf Erden. Riesige Flammensäulen und schwarzer Rauch verwandeln die Wüste in eine surreale, expressionistische Alptraumwelt; Kuwaitis schauen schockiert und traurig in die Kamera, aber nicht vorwurfsvoll; Feuerwehrleute scheinen bizarre, urzeitliche Rituale zu praktizieren, wenn sie schweigend ihrer scheinbar erfolglosen Arbeit nachgehen. Herzogs eigene leise, ehrfürchtige Stimme intoniert die poetische Erzählung, während Wagner, Mahler, Verdi und Pärt für eine epische, elegische musikalische Untermalung sorgen.» (Geoff Andrew, Time Out Film Guide)
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1967–1979: American Cinema matured over the late 60s and 70s. Paul Schrader reveals his thoughts on his existential screenplay for Taxi Driver. Director Charles Burnett talks about the birth of Black American Cinema.

The Story of Film: An Odyssey. Episode 10 – Movies to Change the World (GB 2011)
1969–1979: In dieser Episode widmet sich Mark Cousins dem wilden Kino eines Werner Herzog und eines Nicolas Roeg. Filmemacher in Deutschland, Iran, England , Afrika, Asien und Italien stellen grosse Fragen über sich selbst, über Identität, Sexualität und ihre Herkunftsländer.

1969–1979: «When most people think of 70s movies, they think of Scorsese and Coppola, Spielberg and Lucas, but beyond that a world of exiting new cinema opened up in the 70s. As Willy Brandt got chancellor in Germany, as Iran got rich, as decolonized Africa worked out what it wanted to be, as Japan got even more radical, movie makers in Germany, Iran, Britain, Africa, Asia and Italy asked big brilliant questions about themselves and their countries.» (Mark Cousins, The Story of Film: An Odyssey, Ep. 10)
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The Story of Film: An Odyssey. Episode 10 – Movies to Change the World: Mark Cousins (GB 2011) (Dezember)

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