Filmpodium

Di, 05.02.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Mary Shelley's Frankenstein

Kenneth Branagh (GB/USA 1994)

Der Frankenstein-Komplex
«It's alive!» schreit Colin Clive als Titelheld in James Whales Frankenstein von 1931. Quicklebendig und faktisch unzerstörbar ist auch der Mythos Frankenstein selbst. Das Geschöpf, das Mary Shelleys arroganter Antiheld aus Leichen gebastelt hat, ist schon tausend Filmtode gestorben, um immer wieder in neuer Form zu erstehen. Auch die Figur des ehrgeizigen Forschers, der die Folgen seines Tuns nicht bedenkt, bis es zu spät ist, hat sich in den 200 Jahren seit der Veröffentlichung des Romans immer wieder an die Aktualität anpassen und umdeuten lassen.

Victor Frankenstein ist besessen von der Idee, Leben erhalten zu können. Während seines Medizinstudiums lernt er einen obskuren Professor kennen, der einst den gleichen Traum hatte. Als sein Mentor stirbt, bemächtigt sich Frankenstein seiner Notizen und seines Gehirns und erweckt aus weiteren menschlichen Teilen eine «Kreatur» zum Leben. Doch dieses Monster wendet sich schon bald gegen seinen Schöpfer.
Kenneth Branagh hielt sich bei seiner epischen, bildgewaltigen Verfilmung der klassischen Horrorgeschichte von Mary Shelley eng an die Vorlage, setzte dabei aber vor allem auf die psychologischen Aspekte und auf die Zerrissenheit des Wissenschaftlers. (th)
«De Niros Erscheinung ist faszinierend bizarr, unterstützt von erstaunlichen Make-up-Effekten und der eigenen körperlichen Verwandlung des Schauspielers in einen trauernden, schwerfälligen Aussenseiter. Beeindruckend ist auch die Laborsequenz vor der Geburt des Geschöpfs, bei der Branagh sein Hemd auszieht, um sich in Gebärlaune zu bringen. Befreit von den Anforderungen einer gekünstelten, nicht überzeugenden Liebesgeschichte, bringt der Film hier etwas von jenem furchterregenden Hochgefühl herüber, mit dem ‹Frankenstein› normalerweise in Verbindung gebracht wird. Helena Bonham Carters beste und schauerlichste Szene ist auf verwandte Weise grauenerregend.» (Janet Maslin, The New York Times, 4.11.1994)

123 Min. / Farbe / 35 mm / E/d/f

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Kenneth Branagh
Drehbuch: Steph Lady, Frank Darabont
Autor: Mary Shelley
Kamera: Roger Pratt
Musik: Patrick Doyle
Schnitt: Andrew Marcus
Besetzung: Robert De Niro (die Kreatur), Kenneth Branagh (Victor Frankenstein), Tom Hulce (Henry Clerval), Helena Bonham Carter (Elizabeth), Ian Holm (Baron Frankenstein), Richard Briers (Grossvater), John Cleese (Professor Waldman), Robert Hardy (Professor Krempe), Aidan Quinn (Kapitän Robert Walton)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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