Filmpodium

Do, 06.12.2018 | 18:15 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

La proie du vent

René Clair (Frankreich 1927)

René Clair zum 120. Geburtstag
«Auch ohne Ihren Namen im Vorspann hätte ich Ihren Stil in zwei Minuten erkannt.» Das sagte Charles Chaplin 1942 zu René Clair nach der Premiere von dessen Komödie I Married a Witch. Tatsächlich hat Clair (1898–1981) als Autorenfilmer schon zur Stummfilmzeit eine Handschrift entwickelt, die auch seine Spätwerke kennzeichnet: eine Poesie und Leichtigkeit, oft mit pointiertem Witz kombiniert, und die souveräne Beherrschung der Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Ton, die gerne gegeneinander ausgespielt werden.

Ein französischer Pilot wird durch einen Sturm zu einer Notlandung bei einem osteuropäischen Schloss gezwungen. Hier logieren allerlei Adlige, die durch Revolutionen aus ihren Ländern vertrieben wurden. Der Pilot wird von seiner schönen Gastgeberin gesundgepflegt und verliebt sich in sie. Doch dann erfährt er von einer «verrückten» Schwester, die im Schloss eingesperrt ist, und beschliesst, ihr zu helfen.
Nach dem Misserfolg von Le voyage imaginaire zweifelte Clair an seinen Fähigkeiten und verfilmte einen Bestseller des Autors Armand Mercier. Der junge Charles Vanel, eigentlich auf Gangstertypen abonniert, spielt den zerquält-verliebten Piloten, während Albert Préjean, der mit Clair Paris qui dort und Le voyage imaginaire gedreht hatte, ein erfahrener Pilot war und als Stuntman die Flugsequenzen bestreitet. La proie du vent, in dem es auch eine virtuos gedrehte Autojagd gibt und bei dem Clair erstmals mit dem genialen Ausstatter Lazare Meerson zusammenarbeitete, rehabilitierte den Filmemacher bei Kritik und Publikum. Dennoch wollte Clair später von diesem Film nichts mehr wissen. (mb)

Filmkopie: Cinémathèque française 83 Min. / sw / 35 mm / Stummfilm, f Zw'titel

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Besetzung / Künstler

Stummfilm mit Martin Christ am Flügel

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
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