Gessnerallee Zürich

Mi, 23.06.2021 | 12:00 UHR

HOW TO ACT Verhältnisse und Positionierung auf und neben der Bühne

Gesamtgesellschaftlich finden Fragen von Macht, Sprechposition und Repräsentation in den immer lauter werdenden Debatten um Rassismus, um Diversität, Empowerment zunehmend Gehör. Auch in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Dennoch bleibt sie von weissen, männlichen Perspektiven und Körpern dominiert. Anderen phänomenalen Körpern werden innerhalb des Geflechts aus gewachsenen Institutionen, Produktionsbedingungen und Diskursen rund um Darstellbarkeit, Repräsentation und Identität, im wahrsten Sinne des Wortes, andere Rollen zugewiesen. Der nicht-weisse Körper wird weiterhin zumeist als eben genau solcher inszeniert oder gelesen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Positionen (Ausbildungs)Institutionen sowie einzelne Akteur*innen einnehmen können und wie sie von dort aus Handlungsoptionen generieren können, die neue, emanzipatorische Praxen bezüglich Repräsentation und Identität erlauben. Dabei richtet das Symposium ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenhänge zwischen Theaterschaffenden, Theaterformen und Theaterausbildung.

Das Symposium How to Act will auf diese Konstellation zielend, Positionen und Analysen versammeln, um konkrete Impulse und Strategien für Performing Arts Spaces sowie Theaterausbildungsstätten und lokale Netzwerke (e.g. Gessnerallee Zürich, ZHdK, Freie Szene) zu entwickeln, die das Potential besitzen, rassistische Strukturen und ihre Effekte in der Theaterlandschaft aufzuspüren und zu dekonstruieren.

OPEN SPACE
Um zu gewährleisten, dass es dem Symposium gelingt, vor allem auch nicht-weissen Akteur*innen, Gästen und Teilnehmenden eine handlungsorientierte Plattform zu sein, in der ihre Auseinandersetzungen, Initiativen und Fragestellungen bearbeitet werden können, besteht das Symposium nicht nur aus frontalen Podien, sondern wird zu einem grossen Teil als Open-Space Veranstaltung durchgeführt. Open Space ist ein Veranstaltungsformat, bei dem es kein vorgegebenes Programm und keine vorgegebenen Einzelthemen gibt. Alle Anliegen, Ideen und Fragen, die den Teilnehmenden besonders am Herzen liegen, können zu Beginn von den Anwesenden eingebracht und anschliessend selbstorganisiert und selbstverantwortlich gemeinsam bearbeitet werden. Dieser gesamte Teil der Tagesordnung entsteht so in Echtzeit unmittelbar aus den Bedarfen der Beteiligten heraus. Wir begreifen den Open-Space als Austauschplattform und Beginn einer verbindlichen Handlungsplanung. Moderation Open Space: Yaari Pannwitz

PANELS & INPUTS
Dem Open-Space gehen als Impuls und Rahmung vier unterschiedliche Panels und zwei Inputs voran. Dabei sind Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen eingeladen, ihre Perspektiven und Praktiken miteinander zu teilen. Was tun? Wie spielen? Was und wie sehen? Wie ausbilden? Wie inszenieren, wie besetzen?

INPUT 1 – Vortrag von Natasha A. Kelly
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PANEL 1 – Die Schule und das Theater der Zukunft
fragt danach wie eine machtkritische, emanzipatorische und repräsentationskritische Theater- und Schauspielausbildung möglich werden kann, sowie nach der Rolle von Kunsthochschulen / Schauspielausbildung, wenn es um sich verändernde Praxen, Diskurse und Kunstverständnisse geht. Gäste: David Attenberger, Elisabeth Reichenbrugger, Sithembile Menck, Sophie Vögele; Moderation: Patrick Gusset
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PANEL 2 – Welche Körper inszenieren wir ?
fragt nach den Effekten unterschiedlich beschriebenen und lesbaren (nicht-weissen) Körpern in der deutschsprachigen Theaterlandschaft und den darin stattfindenden Dynamiken zwischen Inszenierten und Inszenierenden. Gäste: Joana Tischkau, Anta Helena Recke, Gerhild Steinbuch; Moderation Caroline Froelich
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INPUT 2 – Vortrag von Christopher Balme
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PANEL 3: Die Schule und der Markt
diskutiert, welche Kompetenzen und Berufsverständnisse aktuell sowie in Zukunft von Schauspieler*innen an Stadttheatern gefragt sind und wie und nach welchen Politiken Schauspieldirektor*innen ihre Ensembles zusammenstellen. Gäste: Julia Wissert, Steffen Jäger, Marijke Hoogenboom; Moderation: Peter Ender
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PANEL 4 – Für wen machen wir das eigentlich?
fragt vor allem nach der imaginierten Gesellschaft, für die Kunstschaffende produzieren und nach Möglichkeiten der Demokratisierung von Perspektiven und Erzählweisen in künstlerischen und kuratorischen Positionen. Gäste: Alexandra Portmann, Golschan Ahmad Haschemi, Michael Klammer; Moderation: Michelle Akanji
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HINWEIS: Die Panels 3 und 4 haben aufgrund spontan entstandener Diskussionsrunden nicht stattgefunden. Weitere Informationen folgen.

Die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung ab 17. Mai.
Uhrzeit und Veranstaltungsorte entnimmt man bitte dem Programm. Download über die linke Spalte.

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Informationen

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