Schauspielhaus Zürich

Sa, 11.05.2019 |
Halle
Schiffbaustrasse 4 | Zürich

Die grosse Gereiztheit

Schiffbau/Halle
Premiere am 11. Mai 2019

Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zeichnet sich das Ende eines rätselhaften Rückzugs ab, der sich Jahre zuvor ereignete: Hans Castorp, die Hauptfigur in Thomas Manns „Der Zauberberg“, steigt zu Beginn des tausendseitigen Romans als „des Lebens treuherziges Sorgenkind“ in eine Eisenbahn, die ihn ins Davoser Sanatorium Berghof führt. Eine vergiftete Lunge (oder ein vergifteter Kopf?) machen aus dem geplanten dreiwöchigen Besuch eine sieben Jahre andauernde Verzauberung. Ursprünglich wollte Thomas Mann ein humoristisches Gegenstück zum „Tod in Venedig“ schreiben. Er begann 1913 daran zu arbeiten, in eben dem Jahr, in dem auch das zweitletzte Kapitel des Romans, „Die grosse Gereiztheit“, spielt. Darin wird die lungenkranke Gesellschaft in den Schweizer Alpen von einer Nervosität erfasst. Meisterhaft beschreibt Thomas Mann eine Stimmung aus Aufgewühltheit und plötzlich hervorbrechender Wut: „Was gab es denn? Was lag in der Luft? Zanksucht. Kriselnde Gereiztheit. Namenlose Ungeduld. Eine allgemeine Neigung zu giftigem Wortwechsel, zum Wutausbruch, ja zum Handgemenge. Erbitterter Streit, zügelloses Hin- und Hergeschrei (…) Man erblasste und bebte“. Trotz Wolldecken und Liegestühlen erfasst ein Unbehagen die Luxuswesen und macht den der Welt Abhandengekommenen deutlich, dass ihre Isolation eine Fiktion ist: das Leben auf dem Zauberberg ist ein „Dasein“, das „von seiner Umwelt gelebt wird und nur vermeintlich selbst lebt“ (Martin Heidegger). Hans Castorp, Clawdia Chauchat, Ludovico Settembrini, Doktor Behrens, Frau Stöhr und die anderen – sie werden von globalen Schmerzen heimgesucht, die sie, wie ihre wirklichen und eingebildeten Krankheiten, nicht zur Ruhe kommen lassen. Daher bleibt „Der Zauberberg“ bis heute „eine Sensibilitätsschulung für das Eintreten unerwarteter Ereignisse“ (Frank Schirrmacher).

Basierend auf Motiven des Romans entwickelt die Regisseurin Karin Henkel ihre mittlerweile vierte Produktion in der Halle. Mit „Elektra“ (2013), „Die zehn Gebote“ (2016) und „BEUTE FRAUEN KRIEG“ (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2018) schuf Henkel aufsehenerregende Theatererzählungen, die Narrationen, Bühnenräume und Zuschauerperspektiven in ungewohnte Spannungsverhältnisse setzten.

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

11.05.2019, Halle

Personen

Regie:
Karin Henkel
Bühne:
Thilo Reuther

Veranstaltungsort

Halle


Adresse:

Schiffbaustrasse 4
8005 Zürich
Empfang: +41 (0)44 258 70 70
Kasse: +41 (0)44 258 77 77
Theaterkasse theaterkasse@schauspielhaus.ch

Erreichbarkeit:

Der Schiffbau mit den Spielstätten Halle, Box und Matchbox ist ab Hauptbahnhof mit der Tramlinie 4 (Haltestelle „Schiffbau“) oder mit der S-Bahn (Haltestelle „Hardbrücke“) zu erreichen. Zusätzlich verkehren über die Haltestelle „Schiffbau“ auch die Buslinien 33, 71 und 72.

Zugänglichkeit:

Sämtliche Bühnen sind barrierefrei zu erreichen. Gerne reservieren wir einen Rollstuhlplatz für Sie. Ein Anruf an der Theaterkasse unter +41 (0)44 258 77 77 genügt.

Gastroangebot:

Das LaSalle Restaurant & Bar ist Teil des architektonisch beeindruckenden Schiffbau-Areals. Es werden hauptsächlich Gerichte aus der französischen und italienischen Küche serviert. Der in ein Speiselokal und eine Bar mit Stammtisch gegliederte Raum bildet die Kulisse, in der das Tafeln vor und nach der Vorstellung täglich neu inszeniert wird. Die Schiffbau-Bar im Foyer hat von Montag bis Samstag von 17 bis 24 Uhr sowie an Vorstellungssonntagen von 18 bis 24 Uhr für Sie geöffnet!


Weitere Veranstaltungen

Hamlet

Hamlet (Februar, März, April)

Yvonne, die Burgunderprinzessin

Yvonne, die Burgunderprinzessin (Februar)

Henosode

Henosode (Februar, März)

Frankenstein

Frankenstein (Februar, März, April)

Endstation Sehnsucht

Endstation Sehnsucht (Februar, März)

Versetzung

Versetzung (Februar, März)

Blick hinter die Kulissen

Blick hinter die Kulissen (Februar, März)

Inszenierungseinblick

Inszenierungseinblick (Februar, März, April, Mai)

„Wie frei ist die Kunst?“

„Wie frei ist die Kunst?“ (Februar)

bild

Totart Tatort (Februar, März)

Early Birds

Early Birds (Februar, März)

Theater im Gespräch

Theater im Gespräch (Februar, März, April, Mai, Juni)

Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien) (Februar, März)

Super Food Heroes

Super Food Heroes (Februar)

Sweatshop - Deadly Fashion

Sweatshop - Deadly Fashion (Februar, März)

Lesung Miriam Maertens: Verschieben wir es auf morgen

Lesung Miriam Maertens: Verschieben wir es auf morgen (Februar)

Apropos … „Du bist schuld!“

Apropos … „Du bist schuld!“ (März)

Doppelspiel

Doppelspiel (März)

Backstage-Pass

Backstage-Pass (März)

Hans Schleif

Hans Schleif (März)

Rechnitz (Der Würgeengel)

Rechnitz (Der Würgeengel) (März)

Theater Campus Festival 2019

Theater Campus Festival 2019 (März)

ZKO im Pfauen: Robert Levin & Sir Roger Norrington

ZKO im Pfauen: Robert Levin & Sir Roger Norrington (März)

Drei Schwestern

Drei Schwestern (März)

Walk-in Closet KleiderTauschBörse

Walk-in Closet KleiderTauschBörse (März)

Ausschliesslich Inländer

Ausschliesslich Inländer (März)

bild

Die zweite Frau (März, April)

Zürcher Gespräche mit David Chipperfield und Lukas Bärfuss

Zürcher Gespräche mit David Chipperfield und Lukas Bärfuss (März)

Fluchtpunkt Schweiz mit Ursula Amrein

Fluchtpunkt Schweiz mit Ursula Amrein (März)

Die Panne

Die Panne (März)

Best of Poetry Slam!

Best of Poetry Slam! (März)

MEET ME

MEET ME (März, April)

Spettro

Spettro (März)

Spielerisches und kreatives Gestalten beim Theaterspiel

Spielerisches und kreatives Gestalten beim Theaterspiel (April)

bild

Die Verlobung in St. Domingo – Ein Widerspruch (April, Mai)

ZKO im Pfauen: «Mozarts Zauberflöte für Kinder»

ZKO im Pfauen: «Mozarts Zauberflöte für Kinder» (April)

bild

Justiz (April)

ZKO im Pfauen: Nicolas Altstaedt

ZKO im Pfauen: Nicolas Altstaedt (Mai)

Zürcher Gespräche mit Ulrike Guérot und Lukas Bärfuss

Zürcher Gespräche mit Ulrike Guérot und Lukas Bärfuss (Mai)

bild

Die Toten (Mai)

bild

Der Reisende (Mai)

Pop-up-Magazin

Pop-up-Magazin (Mai)