Schauspielhaus Zürich

Do, 16.05.2019 |
Pfauen
Rämistrasse 34 | Zürich

Die Toten

Pfauen
Premiere am 16. Mai 2019

„Seine Seele hatte sich jener Region genähert, wo die unermesslichen Heerscharen von Toten ihre Wohnung haben. Er war sich ihrer unsteten und flackernden Existenz bewusst, aber er konnte sie nicht fassen.“ James Joyce

Miss Kate und Miss Julia, zwei ledige Damen einer vergehenden Generation, richten zum Jahresausklang traditionell einen nächtlichen Ball in Dublin aus. Draussen fällt unaufhörlich Schnee. Zur geladenen Gesellschaft aus dem irischen Mittelstand zählen Familienangehörige, Mitglieder aus Miss Julias Chor, juvenile Klavierschüler von Miss Kate, alte Freunde der Familie, ein bekannter Operntenor der Stadt und auch Gabriel und seine Frau Gretta. Gabriel ist der Lieblingsneffe der Gastgeberinnen und er befindet sich in nervöser Stimmung, denn er wurde als Schriftsteller auserkoren, die Festrede zu halten: „Gabriels warme zitternde Finger pochten gegen die kalte Fensterscheibe. Wie kühl musste es draussen sein. Wie angenehm wäre es, allein hinauszugehen, erst den Fluss entlang und dann durch den Park! Schnee läge auf den Zweigen und bildete eine helle Kappe oben auf dem Wellington-Denkmal. Wie viel angenehmer wäre es dort als an der Abendtafel!“ Das gesellschaftliche, künstlerische Ereignis von Rang ist eine gut inszenierte, sich bereits im Verfall befindende Illusion, die Gabriel wie ein Fremder wahrnimmt. Im Morgengrauen wollen die letzten Gäste das Fest verlassen, als die heisere Stimme des Tenors erklingt, der zurückgelassen im Flügelsaal ein tragisches Lied singt. Gretta horcht gebannt im Schatten des Treppenabsatzes und ihr Mann, der sie währenddessen betrachtet wie ein Maler ein Bild, erkennt, dass seine Frau ein Geheimnis mit sich trägt, welches ein überwältigendes Begehren in ihm auslöst. Im Hotelzimmer erfährt er von seiner abwesend erscheinenden Frau, dass sie zutiefst erschüttert ist von einer schuldhaften Erinnerung, die das Lied in ihr wachgerufen hat. Ein Junge, mit dem sie verbunden war, als sie selbst noch ein Mädchen war, hatte eben dieses Lied häufig für sie gesungen. Schwer erkrankt holte er sich den Tod, nachdem er Gretta im Winterregen ein letztes Mal aufgesucht hat. Gabriel wird zunächst von rasender Eifersucht erfasst aufgrund der Präsenz des Toten in Grettas Leben. Doch die Grenze zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird porös und der Schnee fällt ohne Unterschied auf die Lebenden wie auf die Toten.

James Joyce schrieb „The Dead“ 1907 im Alter von 25 Jahren; die metaphysische Erzählung bildet den Schwerpunkt seines Prosawerks „Dubliner“. „Die Toten“ enthält autobiografische Bezüge und steht thematisch in Beziehung zu seinen späteren bedeutenden Romanen „Ulysses“ und „Finnegans Wake“. Der irische Autor, der zu den wichtigsten Vertretern der literarischen Moderne zählt, wurde 1941 in Zürich begraben.

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

16.05.2019, Pfauen

Personen

Regie:
Barbara Frey
Bühne:
Martin Zehetgruber
Kostüme:
Bettina Walter

Veranstaltungsort

Pfauen


Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz.


Adresse:

Rämistrasse 34
8001 Zürich
Empfang: +41 (0)44 258 70 70
Kasse: +41 (0)44 258 77 77
Theaterkasse theaterkasse@schauspielhaus.ch

Erreichbarkeit:

Öffentlicher Verkehr
Tram Nr. 3, 5, 8, 9 oder Bus Nr. 31 bis «Kunsthaus»

Parkplätze
Parkhaus «Hohe Promenade», Rämistrasse 22a
oder auf gebührenpflichtigen Parkplätzen

Zugänglichkeit:

Sämtliche Bühnen sind barrierefrei zu erreichen. Gerne reservieren wir einen Rollstuhlplatz für Sie. Ein Anruf an der Theaterkasse unter +41 (0)44 258 77 77 genügt.

Gastroangebot:

Vor und nach dem Theaterbesuch im Pfauen empfehlen wir Ihnen den Besuch des im Gebäude gelegenen Restaurants Santa Lucia Teatro. Kurzfristige Reservationen nimmt auch unser Foyerpersonal gerne entgegen. Für den kleinen Hunger vor Vorstellungsbeginn oder das Glas Champagner in der Pause hat im Pfauen-Foyer vor und nach der Aufführung eine Snack-Bar geöffnet.


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