Das Filmpodium zeigt an die 350 verschiedene Filme jährlich. Thematische Reihen und Retrospektiven von Klassikern der Filmgeschichte sind ebenso zu sehen wie Premieren unabhängiger Autorenfilme aus aller Welt und Sonderveranstaltungen mit ...
Von wegen «Schicksal»
Helga Reidemeister (BRD 1979)
Schonungslos porträtiert Von wegen «Schicksal» eine Berliner Arbeiterfamilie im Märkischen Viertel: Irene Rakowitz lässt sich nach 20 Ehejahren scheiden und lebt mit zwei ihrer vier Kinder zusammen, ihr Ex-Mann wohnt nur ein paar Stockwerke tiefer. Statt distanzierter Beobachtung wählt Reidemeister eine Methode enthüllender Intervention: Sie fragt, provoziert, mischt sich aus dem Off in das konflikthafte Geschehen ein und lässt die Familie aussprechen, was sonst beschwiegen bleibt. Familie erscheint hier kaum als privater Rückzugsort – vielmehr werden in familiären Kontroversen gesellschaftliche Widersprüche freigelegt: unbezahlte Reproduktionsarbeit, uneinlösbare Familienideologie und Rollenzwänge zwischen Mutter-, Ehefrau- und Hausfrausein. 1979 löste der Film in Duisburg das bis heute längste Publikumsgespräch der Festivalgeschichte aus – eine hitzige Debatte um dokumentarische Arbeitsweisen und den Vorwurf fehlender objektivierender Distanz. (df)
122 Min. / sw / DCP / D
122 Min. / sw / DCP / D
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Freitag, 20. November 2026
18:00 Uhr - 20:02 Uhr
Regie: Helga Reidemeister
Drehbuch: Helga Reidemeister, Irene Rakowitz
Kamera: Axel Brandt, Susanne Beyerle, Thomas Tanner
Musik: Neil Diamond, Mikis Theodorakis, Bedřich Smetana («Die Moldau»)
Schnitt: Elisabeth Förster
Drehbuch: Helga Reidemeister, Irene Rakowitz
Kamera: Axel Brandt, Susanne Beyerle, Thomas Tanner
Musik: Neil Diamond, Mikis Theodorakis, Bedřich Smetana («Die Moldau»)
Schnitt: Elisabeth Förster
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