Mehr als eine Bühne Mitten im Niederdorf in der Zürcher Altstadt, nur wenige Schritte vom geschäftigen Neumarkt entfernt, befindet sich eines der traditionsreichsten Schauspielhäuser der Schweiz. Das heutige Theater Neumarkt hat seine Wurzeln ...
Huis Clos
Geschlossene Gesellschaft(en)
Da sind wir also. Drei Fremde finden sich in einem unbekannten Salon wieder: die Kosmopolitin Estelle, die Postangestellte Inès und der Journalist Garcin. Manchmal schaut noch ein sonderbarer Diener nach ihnen – oder ist es ihr Wächter? Was guckt er so? Und warum sind wir eigentlich hier? Raus geht’s nicht, die Tür ist zu und selbst die Klingel für den Diener funktioniert nicht! So heisst es ausharren in diesem schrecklich schicken Käfig, doch dabei lässt es sich den bohrenden Blicken der anderen kaum entrinnen. Die Hölle, das sind die anderen, schreibt Jean-Paul Sartre dazu. Als dementsprechend die Fassaden bröckeln, die Beteuerungen von Unschuld und giftige Grausamkeiten blitzend durch den Raum fliegen, enthüllen sich die turbulenten Vergangenheiten, ihre Scham, die morbiden Gründe, welche die drei in diese elegante Hölle verdammt haben.
Nirgends anders als in dieses triste Fegefeuer führt uns Sartres Klassiker Huis Clos, der im NEUmarkt von Regie-Duo Camille Charlotte Roduit und Sophie Flannery Prune Vergères in wortwörtliche Schieflage gestellt wird. Anknüpfend an die ausweglose Grundlage — die Paranoia, drückende Langeweile, dieser leichte Schweissfilm auf der Stirn, erhitzter Stillstand — entfalten die Regisseurinnen das zugrundeliegende, geradezu physische Abarbeiten der Figuren aneinander.
Von Schrägen umzingelt, zum Rutschen, Stolpern, Fallen gezwungen, zwischen Stimmen aus den Wänden und einbrechenden Erinnerungen gesperrt, begibt sich unser ENSEMBLö in die teuflische Leere, in der Zeit selbst ganz sonderbar verstreicht. Ein ewiger Totentanz: Mal schneller, langsam, rasend, langsamer, innehaltend — bis die Ausbruchversuche der Menschen, ihre Sehnsucht nach Freiheit, auf das Stück selbst überschwappen.
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Mittwoch, 28. Oktober 2026
19:00 Uhr
Montag, 16. November 2026
19:00 Uhr
Mittwoch, 18. November 2026
18:30 Uhr
Mittwoch, 18. November 2026
19:00 Uhr
Mittwoch, 18. November 2026
21:00 Uhr
Donnerstag, 19. November 2026
20:00 Uhr
Samstag, 21. November 2026
20:00 Uhr
Besetzung
- Yann Philipona
- Miriam Japp
- Lisa Ursula Tschanz
- Martin Butzke
Andere Beteiligte
- Jean-Paul Sartre, Autor
- Camille Roduit, Sophie Flannery Prune Vergères, Regie & Choreografie
- Yann Philipona, Miriam Japp, Lisa Ursula Tschanz, Martin Butzke, Ensemblö
- Anaïs Laure Meyer, Kostüm
- Rahel Zimmermann, Klangwelt
- Jana Brändle, Bühne
- Radenka Nikolova, Ausstattungsassistenz
- Fredi Thiele, Regieassistenz
- Hinrich Schmidt-Henkel, Deutsche Übersetzung
Saal Neumarkt
Neumarkt 5
8001 Zürich
+41 (0)44 267 64 64
tickets@theaterneumarkt.ch
Zugänglichkeit:
Infos Zugänglichkeit:
Für Menschen mit Gehbehinderungen oder Rollstuhl ist der Saal über einen Aufzug zu erreichen. Hierfür ist ein Schlüssel notwendig, bitte wenden sie sich hierzu an die Kasse unter +41 44 267 64 64. Zugang zum Aufzug finden sie über den Sommergarten im Innenhof des benachbarten Restaurant Neumarkt. Die Büros sind leider nicht barrierefrei erreichbar.
