Italia

Zwischen Sehnsucht und Massentourismus

Italien war seit jeher ein Sehnsuchtsort für Künstler. Seit der Renaissance übte das Land als Wiege der Künste eine ausserordentliche Faszination auf die europäischen Kunstschaffenden aus. Michelangelo, Raffael und Leonardo galten als unumstrittene Höhepunkte und die Antike war hier wie nirgendwo anders unmittelbar erfahrbar. Auch für Wissenschaftler und Dichter der Aufklärung gehörte eine Bildungsreise in den Süden zum obligaten Programm. Neben der Antikenbegeisterung und der Bewunderung für die italienische Kunstgeschichte war es vor allem die Sehnsucht nach dem Süden als Inbegriff von Freiheit und Einklang von Kunst und Leben im utopischen Arkadien, die Italien zum real existierenden Ziel der Träume machte. Von den niederländischen Bentvueghels des 17. Jahrhunderts über die Klassizisten und die romantisierenden Präraffaeliten bis hin zu den Deutsch‐Römern zog es die Künstler mit immer wieder neuem Blick ins Bel Paese.

Im 20. Jahrhundert änderte sich diese Sicht: Die einstmals noble Grand Tour wich dem Massentourismus, die Weltkriege führten zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Der idealisierte Sehnsuchtsort war einer nüchternen, modernen Betrachtung gewichen. Die Arte Povera unterlief in den 1960er Jahren die Erwartungshaltungen und befragte das Italien von damals mit neuem, anderem Blick. Das über die Jahrhunderte von aussen verklärte Land wurde nun von innen reflektiert betrachtet. Heute beleuchten Kunstschaffende wie Monica Bonvicini und Luigi Ghirri das eigene Land in schonungsloser Direktheit. Langweilig wird es nie in Italien – Andiamo!

Die Ausstellung folgt dem Aufbruch in den Süden von namhaften Künstlern wie Claude Lorrain und Jan Both über Joseph Anton Koch, Carl Blechen, Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach bis zu Barthèlemy Menn und kontrastiert erstmals deren Italienerlebnis mit den kritischen Gegenbildern der Arte Povera und der Kunst von heute.

Kuratorin: Andrea Lutz


zur Website der Veranstalter:in
Arnold Böcklin, Villa am Meer, 1878
Barthélemy Menn, Blick über das Forum Romanum, um 1835/1838

Künstler:innen / Personen

Claude Lorrain

Jan Both

Joseph Anton Koch

Carl Blechen

Arnold Böcklin

Anselm Feuerbach

Barthèlemy Menn

Monica Bonvicini

Luigi Ghirri

Luciano Fabro

Veranstalter:in

Kunst Museum Winterthur

Das Kunst Museum Winterthur ist eine wahre Schatzkammer der Kunst vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hier entdecken Sie einzigartige Meisterwerke der Malerei und Skulptur und können mit der Kunst in einen instensiven Dialog treten. Minimal...

Details

Ort

Reinhart am Stadtgarten

+41 (0)52 267 51 62
info@kmw.ch
Stadthausstr. 6
8400 Winterthur

Dein Weg

Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag: 10:00 - 17:00
Donnerstag: 10:00 - 20:00

Montag: geschlossen

Beschreibung:

Das Kunst Museum Winterthur ist eine wahre Schatzkammer der Kunst vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hier entdecken Sie einzigartige Meisterwerke der Malerei und Skulptur und können mit der Kunst in einen instensiven Dialog treten. Minimal und Postminimal Art sowie die Arte Povera der 1960er Jahre bilden die Grundlage für die Sammlung der Gegenwartskunst, die kontinuierlich erweitert und in wechselnden Konstellationen präsentiert wird. 

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