Joy(ce)

Im Jahr 2006 wurde die Leiche von Joyce Carol Vincent fast drei Jahre nach ihrem Tod in ihrer Londoner Wohnung gefunden, ihr Fernseher flimmerte noch immer. New Kyds Solo Joy(ce) versucht, diese Abwesenheit zu tanzen: zu verfolgen, was es bedeutet, sichtbar zu verschwinden.

Das Stück entfaltet sich als eine Fuge aus Soli, die sich zwischen Bruch und Ritual, meditativen Bewegungen und Stille, Trauer und Anrufung bewegen. New Kyd kanalisiert Musen über Zeit und Stil hinweg – Isadora Duncans Hingabe, Grahams Rituale der Traurigkeit, Wigmans Launenhaftigkeit, Billie Holidays Verletzlichkeit. Joy(ce) reflektiert die Architekturen der Sichtbarkeit und Auslöschung rund um Weiblichkeit aus einer hauntologischen* Perspektive.

Joy(ce) ist eine choreografische Séance, die Joyce als widerständige, geisterhafte Symbolfigur des spektralen Widerstands** präsentiert. Eine Meditation über Einsamkeit, Erinnerung und die schimmernden Echos von Menschen wie Joyce Carol Vincent, die unbemerkt entschwinden. Aber durch Erinnerungen wiederbelebt werden.

*Hauntologie: Eine Theorie, in der die Gegenwart von «verlorenen Zukünften» der Vergangenheit heimgesucht wird.
** Spektraler Widerstand: Geisterhafte Gestalten als Metapher für den Widerstand gegen die Macht.


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Künstler:innen / Personen

New Kyd

Veranstalter:in

Tanzhaus Zürich

Im Tanzhaus Zürich entsteht seit 1996 das Neuste vom Neuen in Sachen Tanz. Das Tanzhaus ist eine Produktions- und Kreationsstätte für Tanz und Performance und in erster Linie die künstlerische Heimat für die im Kanton Zürich lebenden ...

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