Befruchtung am Hechtplatz

Im charmanten, kleinen Theaterhaus am Hechtplatz bringt die Kömodie «Vier werden Eltern» viel Tempo und wichtige Themen auf die Bühne.

Die Plätze in diesem kleinen, charmanten Theater füllen sich bis auf den letzten. Die Komödie «Vier werden Eltern» unter der Regie von Alexander Stutz verspricht, Tabuthemen ins Scheinwerferlicht zu rücken.

Nach wenigen Sekunden schon schallen die ersten Lacher aus dem Publikum. Mit vier Schauspieler:innen und einem wandelbaren Bühnenbild lernen wir die Geschichte zweier befreundeter Paare kennen, welche beide an einem unerfüllten Kinderwunsch leiden. Bei Binja (Michèle Hirsig) und Samy (Florian Butsch) scheitert es an der Spermaqualität und bei Nico (Dominik Widmer) und Janosh (Sebastian Krähenbühl) an der staatlichen Genehmigung für eine Adoption. Somit sinnieren die vier an einem feuchtfröhlichen Abend über eine geteilte Elternschaft. Wer wird der Vater? Wie wird die Verantwortung aufgeteilt? Tappen homosexuelle Paare auch in die Mental-Load-Falle? Welches Instrument spielt das zu zeugende Kind? Waldkindergarten oder doch Game-Boy? Und wie überhaupt soll das Kind gezeugt werden?

Im rasanten Tempo wird das Publikum durch so einige soziale Fragestellungen geschifft. Die Pointen sitzen, die vier Schauspieler:innen überzeugen. Einige Lacher bleiben im Halse stecken, wenn man bedenkt, dass einige Themen für viele bittere Realität ist. Und mit genau dieser Zweischneidigkeit spielt dieses Stück. Vielleicht sind die «Tabuthemen» nicht mehr für jede Generation ebensolche.

Am Ende aber rückt «Vier werden Eltern» Themen in den Fokus, die auf jeden Fall zu wenig Aufmerksamkeit erhalten und dies verschafft der manchmal klamaukigen Komödie ihre Berechtigung. Und dem Publikum einen kurzweiligen Abend.

Theater am Hechtplatz

Vier werden Eltern

Eine Komödie über Kinderwunsch und Regenbogenfamilie

08.02.2023  |  19:30 Uhr

Weitere Daten vorhanden

Theater am Hechtplatz

Seit über 50 Jahren steht das Theater am Hechtplatz für niveauvolle Unterhaltungskunst. Das Kopfsteinpflaster im Foyer erinnert an den ehemaligen Taxistandplatz, den der Architekt Ernst Gysel im Auftrag der Stadt 1959 in den Theaterbau integriert ...

Details

Von Laura Binggeli am 19. Januar 2023 veröffentlicht.

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