Mein erstes Mal ... im sogar Theater

Redaktion Gretta Bott
Redaktion Gretta Bott

Die Langstrasse kann sogar Theater! Dank einem graublauen Zauberwürfel, der sich hinter dem legendären Schuhgeschäft Peter & Vreni versteckt.

Ich bin jetzt sogar Theater-Fan. Das hätte ich bis vor 2 Wochen nicht unterschrieben.

Aber von vorn:

Auf Einladung des Theaters begebe ich mich letzten Donnerstag in das Stück «Mensch, du hast Recht» und schon beim Suchen und Finden des Theaters denke ich an eine kleine Schatzsuche: Von der Langstrasse* her gelangen Suchende durch den Tunnel bei Peter & Vreni in einen ruhigen Innenhof, der einen für ein Gebäude eher kleinen dunkelgraublauen Würfel beherbergt. Darin: das sogar Theater. 
*Der offiziellere Eingang ist wohl derjenige von der Josefstrasse her, zu sehen im Titelbild.

1998 von Doris Aebi und Peter Brunner in einer Kantinge gegründet, spielte es auf die besondere Lage – die offene Drogenszene im Kreis 5 – hin: Neben Fixerstrich und Drogenumschlagplatz sollte die Gegend sogar Theater können. Seither hat sich das sogar Theater als literarisches Kleintheater etabliert und wurde bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet. 

Vor dem Stück stärken sich Besuchende in der Theaterbar. Schöne Bücher aus dem nahe gelegenen Limmat Verlag und anderen Häusern, die Reportagen-Hefte und Gedichte an der Wand sorgen für ein kurzweiliges Warten auf den Vorstellungsbeginn.

Das Stück «Mensch, du hast Recht» möchte ich allen ans Herz legen. Ein Stück, das in einer Stunde alle 30 Menschenrechtsartikel in musikalischer und fesselnder Weise aufbringt, sie in Frage stellt und immmer wieder im Konjunktiv vorgetragen dazu ermuntert, sich selbst zu hinterfragen: Hält sich das Land, in dem ich mich gerade befinde, an die 1948 getroffenen Menschenrechts-Vereinbarungen der Vereinten Nationen? Wie verhält es sich bei Krieg mit diesen Menschenrechten? Bei einem Mord? Und: Gelten sie für alle Menschen wirklich gleich, also auch für Frauen? Oder Muslime?

An diesem Abend organisiert das Theater in der Bar eine offene Diskussionsrunde zwischen Ensemble und Publikum, um eben solche Fragen zu besprechen. Ich fühle mich nicht danach und verlasse das Stück und das Theater trotzdem hellauf begeistert. Weitere Punkte, die mich nämlich zum Fan des Kleintheaters machen sind, dass es wirklich inklusiv ist und Leseabende mit Audiodeskription oder taktiler Einführung sowie Lesungen in Gebärdensprache anbietet. Es ist Rollstuhlgängig und bietet auch Stücke in einfacher Sprache an, sodass Fremdsprachige Deutsch lernen und/oder verbessern können.

 

Das kommende Programm:

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Von Gretta Bott am 12. Oktober 2023 veröffentlicht.

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