Filmtipps für den März

Redaktion Nora Kehli
Redaktion Nora Kehli

Eine gehörige Portion Politik mit Filmveranstaltungen zu Klassismus, kolonialer Raubkunst, gefährlichen Fluchtrouten und Neokolonialismus.

Klassismus auf der Leinwand

Mit seiner aktuellen Ausstellung «Wirtschaft mit Armut. Kunst ist Klasse!» (bis 23.3.25) verleiht das Helmhaus den Tabuthemen Armut und Klasse Sichtbarkeit. In Zusammenarbeit mit dem Filmpodium bringt es diese Themen mit zwei Filmen auch auf die Leinwand. Gezeigt werden Nicolle Bussiens Kurzfilm Amt für Wirtschaft und Arbeit (2022) und Ariane Adereggens experimenteller Videoessay Klassenverhältnisse am Bodensee (2022). Eine anschliessende Diskussion mit den beiden Regisseurinnen rundet den Abend ab.

Mittwoch, 12. März 2025, Filmpodium, 18:00 Uhr

Rückführung kolonialer Raubkunst – ein langer Weg

Mit dem Goldenen-Bär-Gewinner Dahomey (2024) hat die Filmemacherin Mati Diop einen wichtigen Beitrag zur Debatte um die Rückführung kolonialer Raubkunst geleistet. Doch bereits lange vor ihr haben Regisseur:innen dieses Thema filmisch aufbereitet, darunter Alain Resnais und Chris Marker mit Statues Also Die (1950) und Nii Kwate-Owoo mit You Hide Me (1970). Beide Werke zeigen, dass die Forderung nach Rückgabe von Kulturgütern kolonialen Ursprungs kein Phänomen des 21. Jahrhunderts ist. Der nigerianische Filmschaffender und -kurator Tobi Akinde präsentiert die zwei Filme im Völkerkundemuseum der Universität Zürich.

Donnerstag, 13. März 2025, Völkerkundemuseum Universität Zürich, 19:00 Uhr

Tödliche Überfahrten und die Untätigkeit der EU

Allein im Jahr 2024 sind fast 2.200 Flüchtende auf der Mittelmeerroute ums Leben gekommen. Trotz dieser erschreckend hohen Zahl sieht sich die Europäische Union nicht in der Verantwortung, die Situation von Menschen, die vor Gewalt und Armut fliehen, zu verbessern – stattdessen setzt sie auf Abschreckungsstrategien und Pushbacks. Die Journalistin Nektaria Psaraki und der Koordinator der Organisation  «Mediterranea Saving Humans», Iason Apostolopoulos, werden in der Roten Fabrik anhand von Videos einer kürzlich durchgeführten Rettungsaktion und am Beispiel des Schiffsunglücks von Pylos 2023 die aktuelle Situation beleuchten und diskutieren.

Freitag, 21. März 2025, Rote Fabrik, 19:00 Uhr

Ein Manifest des Widerstands

La hora de los hornos (1968) von Octavio Getino und Fernando E. Solanas ist ein Paradebeispiel für einen Film im Dienste der Revolution. Das als Bild- und Toncollage konzipierte Werk ruft mit Archivmaterial über koloniale Gewalt, gesprochenen Kommentaren und Schriftinserts zum Kampf auf und fungiert als Manifest des Dritten Kinos. Dieser militanten Filmbewegung, die aus dem kolonialen Widerstand hervorging, widmet sich Prof. Dr. Fabienne Liptay in einem öffentlichen Vortrag im Filmpodium mit anschliessender Vorführung von Getino und Solanas dokumentarischen Filmessays.

Donnerstag, 27. März 2025, Filmpodium Kino, 18:30 Uhr

Von Nora Kehli am 27. Februar 2025 veröffentlicht.

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