Livemusik im September

Mal Hitze, mal Regen ... Ähnlich ambivalent wie das momentane Wetter ist das Konzertprogramm im September: Licht, Schatten, Pop und viel Gefrickel.

Feist

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, als Leslie Feist praktisch überall war. Als Mitglied der kanadischen Supergroup Broken Social Scene, als Gast auf den Alben der norwegischen Leisetreter Kings Of Convenience, in der Apple-Werbung mit ihrem grossen Durchbruch «1,2,3,4». Kaum eine Künstlerin hat in den 2000ern Massengeschmack und Indie-Connaisseurtum so vereint wie Feist. Und dann waren da noch James Blakes Version von «Limit To Your Love» und der Boys-Noize-Remix von «My Moon My Man», die Feists akustisches Œuvre ins Elektronische transponierten. Mit einer Ko-Produktion mit dem Theater Spektakel zu ihrem neuen Album «Multitudes» öffnet sie sich nun weiteren Welten.

Samstag | 02.09. | Werft Wollishofen | Theater Spektakel

Arab Strap

Es ist eine seltsame Welt, in die Arab Strap ihre Zuhörer:innen entführen: Eine der trostlosen Besäufnisse, der explizit sexuellen Anspielungen und der ewigen Niederlagen des Lebens. Das alles vorgetragen mit schottischem Akzent und untermauert mit Gitarren: Was könnte unterhaltender sein an einem Sonntagabend im September, als dieses Konzert im El Lokal?

Sonntag | 10.09. | El Lokal

Squid

Ein herrliches Drunter und Drüber von Rhythmen, Instrumenten und Stilen schafft diese Band aus Brighton. Ist es Post Punk, Math Rock, Progressive Jazz? Sind da Bläser neben den Gitarren und Synthesizern zu hören? Selten hörte sich das Debütalbum einer Band so seltsam vertraut und gleichzeitig völlig neu an, wie «Bright Green Field» von Squid 2021. Im Mascotte stellen sie die Weiterentwicklung ihres Sounds in Form des Zweitlings «O Monolith» vor.

Samstag | 16.09. | Mascotte

Benjamin Clementine

Die Oden, die Benjamin Clementine in die Welt hinauslässt, sind schmerzhaft schön. Woher die Tiefe kommt, die in ihnen steckt, kann man sich gut zusammenreimen, wenn man Clementines Biografie anschaut: Als ihm als 19-Jähriger die Beziehung und das Wohnverhältnis zerbrach, floh er von London nach Paris, wo er sich mehrere Jahre teilweise ohne Obdach durchschlug. Eines Tages wurde der Strassenmusiker von einer Plattenfirma entdeckt und innerhalb kürzester Zeit zum preisgekrönten Star. Seither sind zehn Jahre vergangen, Clementine lebt inzwischen wieder in London und kommt mit seiner grandiosen Soul-Stimme ins Kaufleuten.

Benjamin Clementine

AllBlues Konzert AG

Benjamin Clementine

«And I Have Been» heisst das neue Album des britischen Ausnahmemusiker, das er am 17. September 2023 exklusiv im Kaufleuten Zürich vorstellen wird.

Sunn O)))

«Power Ambient» nennen Sunn O))) die Musik, die sie machen. Man könnte auch sagen, dass sie eine der frühesten und einflussreichsten Drone-Bands sind. Die Gruppe aus Seattle hat zwar einen ziemlich komplizierten Namen (der sich aber einfach als «Sun» aussprechen lässt), das Konzept ihrer Musik ist dafür umso minimalistischer: Stehende Gitarrenwände, die minutenlang durch die Atmosphäre wabern. Nicht viel mehr, nicht viel weniger. Und gerade darum lohnt es sich, dieses Spektakel in der Roten Fabrik anzuschauen.

OKWOK & Momotrope

Im Rahmen des ZKB Jazzpreises kommen an diesem Abend zwei sehr spannende Acts ins Moods. OKWOK aus Bern spielen rhythmisch versierten Contemporary Jazz, der sich auch mal an Hip-Hop-Beats orientiert. Die Zürcher Gruppe Momotrope hingegen bewegt sich in sphärischere Welten von Ambient und Electronica. Nicht nur für Jazz-Fans interessant.

OKWOK

Moods

OKWOK

OKWOK mischt Inspirationen aus dem traditionellen und modernen Jazz mit Hip-Hop und zeigt damit die musikalische und kulturelle Vielfalt des heutigen ...

Von Steffen Kolberg am 31. August 2023 veröffentlicht.

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