Tanzhighlights im Juni

Redaktion Sari Pamer
Redaktion Sari Pamer

Wie die Einsamkeit zum humorvollen Duett wird, ein interaktiver Austausch von Bewegungen und die zeitgenössische Umsetzung eines Opferrituals.

Aus Langeweile wird ein Duett

Wie oft hast du dir eine:n Spielkamerad:in gewünscht, als dir langweilig war? Genau dies will auch die Tänzerin in Petitpas & ich. Sie sitzt alleine im Zimmer und wünscht sich jemanden zum Spielen. Und da, plötzlich regt sich eine Marionette. Aus der Einsamkeit wird ein witziges Duett. Zwischen der Marionette und der Tänzerin entstehen Situationen um Freude, Fürsorge, Dominanz und Konflikt. Eine emotionale Achterbahn für Gross und Klein.

Opferritual 2.0

Le Sacre du Printemps einst ein Stück des Komponisten Igor Strawinsky und des Choreografen Vaslav Nijinsky thematisiert ein Opferritual zur Ehren der Erde. Ein Jahrhundert nach seiner Uraufführung setzt Michiel Vandevelde die Opferzeremonie in einen  zeitgenössischen Kontext. Wer opfert sich für wen? Und wie könnte ein Neufang aussehen, wenn sich die Menschheit selbst opfert? Vandevelde verleiht dem über hundertjährigen Stoff  eine pfiffige Wende. Wer wissen möchte, wie Strawinsky und pulsierende Beats zusammengehen, sollte dieses Duett auf keinen Fall verpassen.

Von Ängsten, Wut und Hoffnung

Am Hecht jetzt - Das Tryout-Festival zeigen Martha Mutapay, Lou Steiger und Anna Chiedza Spörri ein Stück, das sich mit ihren eigenen traumatischen Erfahrungen auseinandersetzt. Was für einen Effekt haben solche Erlebnisse von strukturellem Rassismus und Sexismus auf den Körper? Die Tänzerinnen teilen ihren Schmerz und überwinden diesen mit repetitiven Bewegungen und Momenten der Stille. Inspiriert vom Schicksal der Medusa verhandeln sie individuelle aber auch kollektive Traumata. Ein wichtiges Stück, das negative Erfahrungen in Stärke und Resilienz umwandelt.

Bewegungsaustausch

Please Feed the Dancers ist eine Tanzperformance, die zum Mitmachen einlädt. Sie verhandelt die Beziehung zwischen Performenden und Zuschauenden. Ein durchsichtiger Kubus umgibt die Tänzer:innen. Zu zweit oder alleine können die Zuschauenden den Glaskasten betreten und sich auf die Begegnung mit den Tanzenden einlassen und so die Bedeutung des zwischenmenschlichen Austausches erforschen. Ein spannendes Format, bei dem das Publikum mitchoreografiert und Bewegung erforscht.

PLEASE FEED THE DANCERS

Kulturhaus Helferei

PLEASE FEED THE DANCERS

Eine empathisch-anarchische Serenade.

Von Sari Pamer am 08. Juni 2023 veröffentlicht.

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