Theater-ABC, 3. Akt

Alles nur Theater? Eben nicht. Mit diesem Theater-ABC wirst du fit für die Bretter, die die Welt bedeuten.

O Off-Theater

Unkonventionell, unabhängig und klein: Als Off-Theater werden freie Theater bezeichnet, die ausserhalb des etablierten Theaterbetriebs tätig sind. Sie finanzieren sich durch Ticketeinnahmen oder Stiftungsgelder und sind nicht kommerziell. Manche dieser freien Theater erhalten Subventionen, manche nicht. Letztere sind dann noch etwas unabhängiger, man bezeichnet sie folgerichtig auch als Off-Off-Theater. Uff, kompliziert!

P Publikum

Das Publikum, stets still und nahezu unsichtbar? Denkste! Bei der Live-Aufführung spielt das Verhalten der Zuschauer:innen für das Ensemble auf der Bühne eine wesentliche Rolle: Wird gehustet, gepfiffen oder applaudiert? Bisweilen wird das Publikum auch mit einer Rolle im Stück beglückt und so zur Interaktion angeregt – wenn nicht gar verpflichtet.

Q Qualität

Nach wie vor das wichtigste Ziel.

R Requisit

Vom Blumentopf über den Revolver bis zum Hochzeitskleid: Alle für die Aufführung eines Bühnenwerks erforderlichen Gebrauchs- und Ausstattungsgegenstände werden «Requisiten» genannt.

S Stadttheater

Im Gegensatz zur freien Szene, die unabhängig von kulturellen Institutionen agiert, ist das Stadttheater fest im Kulturprogramm grösserer Städte verankert. Am Stadttheater gibt es ein dauerhaft bestehendes Ensemble, in dessen Rahmen die Schauspieler:innen fest angestellt sind.

T Ticket

Mit den Einnahmen der Eintrittskarten für eine Aufführung finanzieren sich die Theaterhäuser über weite Teile. Stadttheater oder Opernhäusern könnten sich nicht rein durch die Ticketpreise finanzieren, da die Kosten für Bühnenbilder, Kostüme, Requisiten oder Löhne diesen Betrag übersteigen. Deshalb ist die finanzielle Unterstützung durch die Stadt oder den Bund sehr wichtig.

U Unterhaltung

Theater ist Unterhaltung – oder nicht? Die Frage, inwiefern Theater unterhalten muss, ist politisch. So wie das Theater manchmal auch.

V/W Die vierte Wand

Die imaginäre Wand zwischen Publikum und Schauspielenden wird als die vierte Wand bezeichnet. Durch sie bleibt die Illusion des Theaters bestehen. Früher wurde sie nicht durchbrochen. Das heisst, es wurde nicht mit dem Publikum interagiert – heute ist der Umgang damit spielerischer und Interaktionen zwischen Schauspieler:innen und Publikum ein gängiges Stilmittel.

X Xe

«Das musch xe ha!» Filme kann man zuhause nachschauen, Theater nicht. Also los, nichts wie hin!

Z Zugabe

Noch immer nicht genug? Klatscht das Publikum laut Beifall und ruft «Zugabe», gibt es am Ende allenfalls noch ein Supplement – einen kurzen zusätzlichen Auftritt auf der Bühne nach dem eigentlichen Ende des Stücks.

 

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Von am 26. Januar 2023 veröffentlicht.

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