Unruhe ist Leben

9 Veranstaltungen verschiedener Kunstgenres, die sich mit Unruhe und Stille befassen, sei es mit der Thematik an und für sich oder mit den Unruhen des Lebens selbst.

Tanz

«Warning for Contemplation Sections» ist ein Aufruf zum Widerstand durch Stille. Es ist ein choreografiertes Manifest, ein Aufruf zu einer kontemplativen Form der Rebellion. Elenita Queiróz und drei weitere Tänzerinnen begeben sich dafür in ein Universum des Kampfes, der Wildheit, der Müdigkeit, der Knappheit, des Zusammenbruchs und der gegenseitigen Unterstützung.

Lärm und Stille – wie beeinflussen sie sich gegenseitig und wie unser Leben, unsere Wahrnehmung und unsere Identität? Nunzio Impellizzeris neue Choreografie SCH.NEE bietet Gelegenheit zum Nachdenken und zum Wertschätzen der Stille in einer zunehmend beschleunigten Gesellschaft auf unruhigem Fundament.

Elenita Queiróz, Andrea Frei: TPO Tour

Tanzhaus Zürich

Elenita Queiróz, Andrea Frei: TPO Tour

Elenita Queiróz: In Warning for Contemplation Sections untersucht Elenita Queiróz Stille als einen Akt des Widerstandes. Gemeinsam betreten vier ...

Bild

Kulturmarkt

SCH.NEE

Wie verhalten wir uns in der Gegenwart von Klängen und Geräuschen? Und wie, umgekehrt, erfahren wir die Stille?Nunzio Impellizzeris neue Choreografie geht ...

Theater

Im Stück «Antigone» begleiten die Zuschauer:innen über Kopfhörer den Ausbruch der Antigone aus dem Familiengefüge und auf ihrer Suche nach neuen Formen der Begegnung. Sie bewegt sich zwischen Demonstrationen und Trauermärschen, in einer Party, die in ein Trauerfest kippt. 

Auch die digitale Welt wird nicht von Unruhe verschont. Das Wort ist in aller Munde: Hacking. Anarchistisch und organisiert zugleich unterläuft es das alltägliche Leben nicht nur im digitalen, sondern auch im physischen Raum. Eine Selbsterfahrung im Hacken, angeleitet vom Roboter und Host Betty Botty, welche die Trennung von digitaler Architektur und realer Welt unscharf werden lässt.

Film

Mord- und Totschlag, Vampire und Geister, Fantasy und Horror! Zwei Genrefilme, wild und brutal, in denen die Heldinnen Frauen sind.

Im Film «Tigers are not afraid» schliesst sich ein zehnjähriges, verwaistes Mädchen einer Strassenbande an. In ihrem mexikanischen Dorf wimmelt es nicht nur von Drogendealer:innen und Mörder:innen, sondern auch von lebenden Toten. Geschickt wird mit den Mitteln von Fantasy und Horror das Leben der Kinder festgehalten, die durch den mexikanischen Drogenkrieg ihrer Eltern beraubt wurden. Der Genrefilm schafft es mit seinem grimmigen Realismus, einen sozialen Kommentar zu liefern.

Im iranischen Vampirfilm «A Girl Walks Home Alone at Night» ist eine Frau Bösewichtin und Heldin zugleich. Vergewaltiger und erpresserische Drogendealer werden zur Rechenschaft gezogen und gefallene Frauen sind keine Opfer, sondern erhalten ein neues Leben. Ein Film des Auf- und Umbruchs.

Kinder

«Sei still!» Der sinnloseste Satz, den man einem Kind an den Kopf werfen kann. Wo Kinder sind, herrscht Unruhe. Eine laute, wilde, abenteuerliche, freche Unruhe.

Im Kindertheaterstück «Der magische Koffer» machen Unruhestifter in Form von Hexen, frechen Kindern und verrückten Wissenschaftler:innen ganz schön Wirbel.

Das uralte Märchen «die Prinzessin auf der Erbse» bringt ebenfalls Unruhe mittels einer winzig kleinen Erbse. Im Stück «Erbse» wird das altbekannte Märchen auf witzig-böse Art gehörig durcheinander geschüttelt.

Durch Krankheit ausgelöste Unruhe lässt Kinder plötzlich ruhig werden und beunruhigt dadurch deren Umfeld umso mehr. Für besonders belastende Situationen hat der Künstler James Tyrell im Pavillon des Kinderspitals Zürich den Lichtraum «My Light» geschaffen, in dem Ruhe und Inspiration, Freude und Glück, aber auch Trauer und Trost Platz finden.

Der magische Koffer

ohoo! Kinder- und Jugendtheater Bezirk Affoltern

Der magische Koffer

Eine magische Geschichte, in der Hexen, freche Kinder und verrückte Wissenschaftlerinnen Unruhe stiften. Es passieren merkwürdige Dinge. Aufgetischte ...

Installationsansichten «My Light». James Turrell «Curved Elliptical Glass: Healing Light», 2017. Installation mit computergesteuerten LED, Loop 150 min, 380 x 515 x 535 cm. Courtesy: Universitäts-Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung. Foto: Florian Holzherr.

Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung

My Light - Ein Lichtraum von James Turrell

Der Pavillon «My Light» leistet im Spitalalltag sichtbare Unterstützung zum Umgang mit besonders belastenden Situationen: Zusammen mit dem weltbekannten ...

Dauerausstellung

Veröffentlicht am 15. September 2022.

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