Vielfältige Einblicke in die japanische Kultur

Zwischen Tradition und Innovation: 8 Veranstaltungen im Kino, Museum und auf der Bühne bringen die facettenreiche Kultur Japans näher.

Japans Jugend auf der Leinwand

Shinji Somai (1948–2001) zählt zu den prägenden japanischen Filmemachern des 20. Jahrhunderts. Er hat die nachfolgende Generation von Regisseuren wie Kiyoshi Kurosawa oder Hirokazu Koreeda nachhaltig beeinflusst. Obwohl Somais Œuvre eine ausserordentliche Vielfalt an Genres aufweist, stehen in all seinen Werken die japanische Jugend, ihre Einsamkeit und Entfremdung im Vordergrund. Dabei zeigt sich immer wieder eine grosse Sensibilität für die junge Generation und ihre alltäglichen Probleme. Das Filmpodium ermöglicht nun erstmals in der Schweiz einen Einblick in das filmische Schaffen Somais.

Als China von Japan besetzt war

Ang Lees Lust, Caution (2007) spielt zwar nicht in Japan, beleuchtet aber dennoch ein einschneidendes Kapitel der japanischen Geschichte: Der erotische Agententhriller ist im Jahr 1941 angesiedelt, als halb China unter japanischer Besatzung stand. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt von der gefährlichen Liebesbeziehung zwischen einer chinesischen Widerstandskämpferin und einem einflussreichen Kollaborateur der japanischen Armee. Der bildgewaltige Historienfilm, der mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist im Kino Xenix zu sehen.

Lust, Caution (色 | 戒)

Kino Xenix

Lust, Caution (色 | 戒)

Mit Tony Leung in einer untypischen Rolle inszeniert Ang Lee einen erotischen Agent:innenthriller, der mit sorgfältig komponierten Bildern und einem ...

Ein eurozentrischer Blick auf Japan

Während seines Aufenthalts in Nagasaki verliebt sich ein amerikanischer Marineoffizier in die Geisha Butterfly. Doch der Leutnant nimmt die Beziehung nicht ernst und kehrt ohne Butterfly in die USA zurück. Diese «japanische Tragödie» einer unerwiderten Liebe steht im Mittelpunkt von Giacomo Puccinis Madama Butterfly. Es ist seine erste Oper, die ausserhalb Europas spielt und sie offenbart einen eurozentrischen Blick auf die japanische Kultur. Im Opernhaus Zürich wird Madama Butterfly als Inszenierung des Regisseurs Ted Huffman zu sehen sein.

Japans zeitgenössisches Grafikdesign

Japan ist bekannt für seine reiche gestalterische Tradition, die bis heute fortwirkt. Davon zeugt die aktuelle Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, die sich der zeitgenössischen Designpraxis in Japan widmet. Gezeigt wird eine Vielzahl an Werken von Designschaffenden, die allesamt zwischen 1973 und 1993 geboren wurden. Darunter befinden sich viele Originale und Arbeiten, die noch nie ausserhalb Japans gezeigt wurden. Auf diese Weise gibt Japanische Grafik heute einen aktuellen Überblick über die japanische Grafiker:innen-Szene.

Die Kunst des Suminagashi

Origami dürfte den meisten ein Begriff sein. Eine weitaus weniger bekannte Kunstform, die in Japan Tradition hat, ist die Marmoriertechnik Suminagashi. Übersetzt bedeutet der Begriff «fliessende Tinte». Ziel ist es, mit Tusche fliessende Muster aufs Papier zu bringen, wie sie in natürlichem Marmor zu finden sind. Das Museum Rietberg veranstaltet einen offenen Workshop zur japanischen Marmoriertechnik und stellt klassische Werkzeuge zur Verfügung, um selbst Suminagashi-Kreationen herzustellen.

Ein Moment des Zen

Die japanische Küche vereint Tradition und Raffinesse. Ein Paradebeispiel dafür ist die jahrhundertealte Teekultur. Im Rietberg besteht die Möglichkeit, an einer traditionellen Teezeremonie teilzunehmen. Dabei werden Elemente des Zen und der bildenden Kunst mit einer bis heute lebendigen Praxis zu einem ebenso vergänglichen wie puristischen Gesamtkunstwerk verbunden. So lädt das Museum in seinem authentischen japanischen Teeraum «Isshin-an» zu einem Moment des In-sich-Kehrens und des Genusses ein.

© Museum Rietberg

Museum Rietberg Zürich

Japanische Teezeremonie

Die japanische Teezeremonie lädt Sie dazu ein, einen Moment der Stille und Ästhetik zu geniessen. Tief in der japanischen Kunstgeschichte verwurzelte ...

Veröffentlicht am 12. Dezember 2024.

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