guerillaclassics x Museum Rietberg

Redaktion Daniela Bär
Redaktion Daniela Bär

Klassik ist vieles – vor allem immer eine Frage der Perspektive. Vier Performances im Museum Rietberg laden zum Erweitern des eigenen Spektrums ein.

Die Soundinstallation

Wer an klassische Musik denkt, hat vermutlich ein Kammerorchester im Kopf, hört innerlich Tenor oder Sopran oder sitzt geistig wieder mit seinen Eltern auf dem Sofa und schaut halbherzig das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im TV. Und genau deswegen gibt – und braucht – es guerillaclassics. Der Verein tritt an und auf, um Klassik-Klischees zu hinterfragen. Und eine erweiterte Sichtweise auf das zu fördern, was klassische Musik ist. Sie ist nämlich vor allem eine Frage der Perspektive – und abhängig von Kultur und Kontext.

Mit dem Museum Rietberg hat der 2017 gegründete Verein also den idealen Gastgeber für seine Performances und die Zusammenarbeit mit dem kongolesischen Künstler Sinzo Aanza gefunden. Wie jedes Projekt versteht der Verein auch «The Uninterrupted Song for the City» als Einladung – zum Austausch, zur Zusammenarbeit, zum Wachsen. Bei den vier Performances vor dem ikonischen Smaragd im Rietbergpark stehen Lieder und Partituren aus (vor)kolonialen Zeiten im Zentrum, die in den verschiedenen Regionen des Kongobeckens und am Golf von Guinea entstanden sind. Diese werden digital mit Musikformen gemixt, die von afro-diasporischen Kulturen und zeitgenössischen Stadtkulturen entwickelt wurden. Und live eingespielt von Musikerinnen und Künstlern aus dem Kollektiv – mit Cello, Saxophon oder elektronischen Beats.

Wie diese Soundinstallationen von der Kunst aus der Sammlung, Flora und Fauna des imposanten Parks und dem Geist von Richard Wagner, zu Lebzeiten regelmässiger Gast in der Villa Wesendonck, beeinflusst werden, ist an vier Daten Ende Juni und Anfang Juli erlebbar. Wagner jedenfalls wird sich im Grab umdrehen – für eine Standing Ovation.

Performances

Mi 28. Juni | 19 Uhr | Eden Sekulovic (Cello)
Fr 30. Juni | 16 Uhr | Vincent Glanzmann (Perkussion)
Sa 1. Juli | 16 Uhr | Rokia Bamba (Elektro)
So 2. Juli | 15 Uhr | Valentine Michaud (Saxophon)

Für alle Veranstaltungen gilt:

Dauer: ca. 50 Min.
Preis: kostenlos
Ort: Smaragd, Vorplatz
Beginn: 19 Uhr
Keine Anmeldung erforderlich

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