Mein erstes Mal ... Naturmuseum Winterthur

Redaktion Gretta Bott
Redaktion Gretta Bott

Von heimischen Tieren und Steinen bis hin zu einer Mumie im Schiffsbauch: Ein Samstagnachmittag im Naturmuseum Winterthur.

«Die Mumie müssen Sie sehen!»

«Die 2'500 Jahre alte Mumie im Schiff müssen sie sehen!», empfiehlt uns die begeisterte Museumsmitarbeitende am Empfang: Wir sind etwas irritiert, immerhin sind wir wegen der Ausstellung «Eiszeit» hier, die bald zu Ende geht. 

Mumie und Schiff? Unsere Neugier ist geweckt. Nach einer kleinen Schatzsuche erreichen wir das «Schiff». Und tatsächlich: Wir befinden uns in einem Schiffsbauch, der schaukelt, knarzt und voller Holzkisten ist. In diesen sind exotische Mitbringsel von Kaufleuten aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu sehen. Damit thematisiert das Museum die zum Teil problematische Herkunft einzelner Objekte. An Hand dieser Exponate stellt das Haus wichtige Fragen zu Raubkunst und veranschaulicht die Theamtik besonders für Kinder und Jugendliche. 

Ein Museum für Kinder

Nach dem «Schiff» begutachten wir den Rest des Museums. Schnell bemerken wir die Ausrichutng auf Kinder und Schulklassen: Unzählige Schubladen zeigen Ausstellungsstücke so klar, dass keine zusätzlichen Erklärungen nötig sind, diverse Pelz- und Gesteinsproben ermutigen zum Anfassen und viele Schaukästen auf (Kinder-) Augenhöhe erleichtern das Sehen und Staunen. Wo Erwachsenen wahrscheinlich Jahreszahlen und tiefergehende Informationen fehlen, ermöglicht das Naturmuseum Kindern einen sehr einfachen Zugang zur heimischen Tier- und Plfanzenwelt. Sehr gelungen ist die Installation der vielen Vögel, die über den Köpfen der Besuchenden fliegen oder auf diversen Simsen sitzen. 

Mit dem Naturfundbüro und Bastelnachmittagen ist das Museum ein gelungener Ort für einen Familienausflug. Aber auch für begeisterungsfährige Erwachsene wie mich und meine Freundin. Wir haben alles ausprobiert, angefasst und bestaunt, bis wir am Ende die «Eiszeit»-Ausstellung fast vergessen haben. 

Geschichte des Museums:

Das Naturmuseum Winterthur blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1660 wurde es als naturhistorische Sammlung als Teil der Bürgerbibliothek geführt. Neben Büchern und handschriftlichen Dokumente sammelte diese Münzen, historische Objekte, Kunstwerke, Naturgegenstände und Kuriosa aller Art. Zu den Kuriosa gehört das 3 Meter lange Krokodil, das seit 1664 im Besitz des Naturmuseums ist und heute noch ausgestellt wird. Nach der Professionalisierung und Verselbständigung der naturhistorischen Sammlung 1861 erhielt die Sammlung immer mehr Zuwachs. Darunter vor allem Tiere aus der Schweizer Alpenwelt, pflanzliche Exponate sowie eine völkerkundliche Sammlung, die von Winterthurer Kaufleuten mit Objekten besonders aus Indien und dem fernen Osten, Afrika und Amerika erweitert wurde.

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Von Gretta Bott am 19. September 2024 veröffentlicht.

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