Der Juni wird violett

Feministische Themen prägen diesen Kulturmonat auf vielfältige Weise. Rund um den feministischen Streik am 14. Juni stehen zwischen Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen Gleichstellung, Solidarität, Sorgearbeit und gesellschaftlicher Wandel im Zentrum. Wir haben 25 Kulturerlebnisse herausgepickt.

Sichtbar werden

Viele Kulturinstitutionen beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wessen Geschichten erzählt und erinnert werden. Im Debattierhaus Karl der Grosse werden Wikipedia-Artikel über kulturschaffende Frauen verfasst, um deren Sichtbarkeit auf der grössten Online-Enzyklopädie der Welt zu erhöhen.

Auch die Ausstellung «Frauen. Fragen. Fotoarchive.» in Winterthur richtet den Blick auf Positionen, die in den Beständen der Fotostiftung Schweiz bislang vergleichsweise wenig vertreten sind. Von rund 160 Archiven stammen lediglich 26 von Fotografinnen. Sieben davon rücken nun in den Fokus.

Mit historischen Perspektiven beschäftigt sich auch die Schauspielhaus-Produktion «Are you ready to die?». Ausgehend von Jeanne d’Arc fragt sie nach dem Schicksal zum Tode verurteilter Frauen und danach, wie ihre Geschichten heute erzählt würden.

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Karl der Grosse

Mehr kulturschaffende Frauen auf Wikipedia!

Viele Künstlerinnen, Architektinnen, Designerinnen, Fotografinnen und andere kulturschaffende Frauen* haben noch keinen Wikipedia-Eintrag. Das wollen wir ...

Frauen. Fragen. Fotoarchive

Fotostiftung Schweiz

Frauen. Fragen. Fotoarchive

Die Fotografiegeschichte der Schweiz war lange Zeit vor allem eine Geschichte männlicher Fotografen, überliefert aus männlicher Perspektive. Von den rund ...

Dauerausstellung

ARE YOU READY TO DIE?

Schauspielhaus Zürich

Are you Ready to Die?

Eine wahre Begebenheit im 15. Jahrhundert: Von Mai 1430 bis Mai 1431 sass die berühmte wie umstrittene Jeanne d’Arc im Gefängnis und wartete auf ihre ...

Prägende Stimmen

Alice Schwarzer hat die deutschsprachigen Debatten rund um den Feminismus über Jahrzehnte mitgeprägt – auch wenn sie heute innerhalb der Bewegung umstritten ist. In «Bernhard Littéraire» spricht sie über ihr neues Buch «Feminismus pur. 99 Worte».

Eine weitere wegbereitende Feministin und wichtige literarische Stimme ist Ingeborg Bachmann. Im Kellertheater Winterthur wird ihr 100. Geburtsjahr mit einer performativen Lesung ihres Texts «Undine geht» gefeiert, die Paulus Akademie widmet der Dichterin ein Gespräch.

Und was bleibt von Frauen, die keine Bücher schreiben? Darum geht es in der Galvanik Zug.

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Literaturhaus Zürich

Alice Schwarzer – Buchpräsentation und Gespräch mit der Autorin – AUSVERKAUFT

Alice Schwarzer, eine Pionierin des Aufbruchs der Frauen aus der Unmündigkeit und den patriarchalen Verhältnissen der vergangenen Jahrzehnte, zeigt, auf ...

Undine geht - Eine Hommage an Ingeborg Bachmann

Kellertheater Winterthur

Undine geht - Eine Hommage an Ingeborg Bachmann

«Undine geht» ist eine Hommage an die grossartige Ingeborg Bachmann, die  2026 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Als bedeutende Stimme der  ...

Ingeborg Bachmann 1926 | 1973 | 2026

Paulus Akademie

Ingeborg Bachmann 1926 | 1973 | 2026

Ingeborg Bachmann wird als «Diva der Dichtkunst» bezeichnet und als «Ikone» verehrt. Es ist an der Zeit, solche Festlegungen zu vergessen und eine ...

JUNIQUE - TAKEOVER by Majke Mi FC

Galvanik Kulturzentrum Zug

JUNIQUE - TAKEOVER by Majke Mi FC

“Babo: What Remains of Her” 2026 widmet sich Majke Mi FC der Frage des Erbe, was von Frauen bleibt und wie (z.B: In Geschichten, Traumas, Handwerk, ...

Wiederentdeckt

Weit weniger geläufig sind wohl die Namen Alfonsina Storni, Verena Stefan oder Marisol. Alfonsina Storni wurde 1892 im Tessin geboren und emigrierte als Kind nach Argentinien, wo sie als Aktivistin, Journalistin, Autorin und im Theater tätig war. Die alleinerziehende Mutter prägte die lateinamerikanische Avantgarde mit und steht nun im Zentrum eines Tischgesprächs in der Galerie Litar.

Ebenfalls Thema im Litar, das offenbar auch ein Gartenparadies ist, ist Verena Stefan. Die Bernerin und Wahlkanadierin schrieb in den 70er-Jahren das vielbeachtete Buch «Häutungen». Daneben war sie leidenschaftliche Gärtnerin – der Fokus dieser Veranstaltung.

Marisol wiederum wurde im New York der 1960er-Jahre mit ihren farbig bemalten Holzskulpturen berühmt, indem sie Popkultur, Dada, Folklore und Selbstporträts zu unverwechselbaren, oft satirischen Ensembles kombinierte. Ihre Werke thematisieren unter anderem die Rolle der Frau und gesellschaftliche Ungleichheiten. Das Kunsthaus Zürich widmet ihr die erste grosse Retrospektive in Europa.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Zürich, Foto © Franca Candrian

Kunsthaus Zürich

Marisol

Marisol (Venezolanerin und US-Amerikanerin, in Frankreich geboren, 1930 – 2016) wurde im New York der 1960er-Jahre mit ihren farbig bemalten ...

Dauerausstellung

Stimmen der Gegenwart

Wenn es um wichtige feministische Stimmen der Gegenwart geht, fällt schnell mal der Name Liv Strömquist. Die einflussreiche schwedische Comic-Autorin und studierte Politikwissenschaftlerin ist bekannt für ihre rotzfreche, satirische Aufarbeitung gesellschaftlicher Tabus. Mit ihrem neusten Werk «Das Orakel spricht», das den Blick auf den allgegenwärtigen Drang zur Selbstoptimierung richtet, ist sie am Literaturfestival Zürich zu Gast.

Auch laut, aber wesentlich lokaler, ist Lisa Christ. Die Kabarettistin, Satirikerin und Autorin ist im Rahmen von «Female Trouble», der Women-in-Comedy-Gala im Miller’s, zusammen mit Fabienne Hadorn, Uta Köbernik und Nathalie Frei zu erleben.

Einen literarischen Zugang zum Thema bietet Julia Haenni im Literaturhaus.  Sie liest aus ihrem Buch «frau verschwindet», einem Text, den sie ursprünglich für das Theater geschrieben hat. Sie gilt als eine der bemerkenswertesten Dramatikerinnen der Schweiz.

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Literaturhaus Zürich

Literaturfestival Zürich – Liv Strömquist

Die einflussreichste feministische Comic-Autorin der Gegenwart seziert in ihrem neusten Werk den allgegenwärtigen Selbstoptimierungswahn – klug, bissig ...

Tsurigo – Berufsqual

Millers

Tsurigo – Berufsqual

Die Berufswahl kann ganz schön Kopfzerbrechen bereiten. Was passt zu mir? Worin bin ich gut? Und was, wenn ich mich falsch entscheide? Zwischen ...

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Literaturhaus Zürich

Sofalesung: Julia Haenni – frau verschwindet. Eine Trilogie – AUSVERKAUFT

Ursprünglich für das Theater geschrieben und in unzähligen Theatern im In- und deutschsprachigen Ausland aufgeführt, legt die erfolgreiche und vielfach ...

Wer kümmert sich?

Ein zentrales Anliegen der feministischen Bewegung ist die faire Verteilung und Sichtbarmachung von Care-Arbeit. Im Debattierhaus Karl der Grosse thematisiert ein Live-Podcast mit offenem Dialog, wie Care-Arbeit heute gestaltet und gesellschaftlich getragen wird. Dabei wird es auch um Pflege und das Gesundheitswesen gehen.

Ebenfalls bei Karl*a findet ein Workshop der AfroSwissters statt. Hier erarbeiten Mütter praxisnahe Strategien für den Wiedereinstieg, flexible Arbeitsmodelle und langfristige Karriereperspektiven nach der Familienphase.

Karl der Grosse

Der geteilte Raum: Care-Arbeit zwischen Sinn und Systemdruck

Care-Arbeit, ob bezahlt oder unbezahlt, passiert im Spannungsfeld von Versorgung, Ökonomie und gesellschaftlicher Verantwortung. Wer trägt sie, und unter ...

Selbstbestimmung

Auch für reproduktive Rechte und die Enttabuisierung von Sexarbeit setzt sich der Feminismus ein. Mit Letzterem beschäftigt sich ein Bildungsanlass in der Helferei, mit Ersterem eine Lesung ein paar Strassen weiter – einmal mehr im Debattierhaus Karl der Grosse. 

Wer tiefer in die Debatten rund um reproduktive Gerechtigkeit eintauchen möchte, findet im Cramp Mag weitere Perspektiven auf körperliche Selbstbestimmung und reproduktive Rechte.

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Karl der Grosse

Reproduktive Gerechtigkeit: Sibel Schick und Alicia Baier

Zwei Bücher, eine dringende Frage: Was braucht es, damit reproduktive Gerechtigkeit möglich wird? Autorin Sibel Schick («Mein Körper – wessen ...

Zwischen Schwarz und Weiss - HINTERGRÜNDE ZUM SEXGEWERBE

Kulturhaus Helferei

Zwischen Schwarz und Weiss - HINTERGRÜNDE ZUM SEXGEWERBE

Kaum ein Thema ist so stark von Vorurteilen, Moralvorstellungen und Tabus geprägt wie Prostitution und Sexarbeit. Dieser Bildungsanlass vermittelt ...

Intersektionaler Feminismus

Rassismus, Zugehörigkeit und unterschiedliche Lebenserfahrungen stehen im Zentrum des Films «Je suis noire(s)» von Rachel M'Bon und Juliana Fanjul. In Interviews erzählen sechs Schwarze Frauen – von der Studentin bis zur Anwältin – von ihrem Alltag, ihren Sorgen und erlebten Mikroaggressionen. Das Kunsthaus zeigt den Film im Rahmen seiner Ausstellung mit Werken des amerikanischen Künstlers Kerry James Marshall.

Der zweite Workshop der AfroSwissters in diesem Text richtet sich gezielt an BIPoC FINTA*-Personen. Hier geht es um Wut und darum, wie diese konstruktiv für Selbstschutz und Grenzsetzung genutzt werden kann.

Filmstills von «Je suis Noires»

Kunsthaus Zürich

«Je suis Noires» in Anwesenheit von R. M’Bon

Für «Je suis noire(s)» (2022, 52 Min., DE/FR, aka films koproduziert mit RTS), den Rachel M’Bon mit Juliana Fanjul realisierte, wurden Interviews mit ...

Alles hormonell?

Kaum ein Thema bringt Menschen so zuverlässig aus dem Gleichgewicht wie Hormone. Ein Referat der Volkshochschule widmet sich der Rolle weiblicher Geschlechtshormone von der Pubertät über die fruchtbaren Jahre bis über die Menopause hinaus.

Der vor mehr als hundert Jahren erschienene Roman «Das gefährliche Alter» thematisiert Empfindungen und Verhaltensweisen von Frauen in den Wechseljahren. Die Dänin Karin Michaelis sorgte damit für einen Skandal: weder Frauenrechtlerinnen noch Konservative waren einverstanden mit ihr. Das Literaturhaus widmet dem Buch eine Veranstaltung.

Im Fabriktheater wiederum werden die Wechseljahre zum «Monolog mit Witz und Verve». Susanne Abelein und Sabrina Zwach haben eine Sprache gefunden, über das «unlustigste Thema der Welt» sehr lustig zu erzählen, wollen aber auch berühren, informieren, Tabus brechen und Scham zulassen.

Literaturhaus Zürich

Das gefährliche Alter – Manuela Reichart über Karin Michaelis

Ein vor mehr als hundert Jahren erschienener, provokanter Roman stellt die auch heute hochaktuelle Frage, wie weibliches Altern erzählt werden kann .Karin ...

Rote Fabrik

WIND OF CHANGE – ein Special über das unlustigste Thema der Welt

Jede Sekunde wird eine Frau weltweit auf eine Achterbahn gesetzt, und zwar mit verbundenen Augen, ohne Vorwarnung oder Zustimmung. Die Fahrt dauert Jahre. ...

Streiktag

Wer sich auf den feministischen Streiktag einstimmen möchte, findet dazu verschiedene Gelegenheiten: beim «Picante! Festival» mit Romina Bernardo, beim Plakategestalten im Schauspielhaus-Malsaal oder beim Konzert der DOL & SOL-ChorBand.

Flyer PICANTE! FESTIVAL

Rote Fabrik

PICANTE! FESTIVAL

Das PICANTE! Festival versteht sich als queer:trans:feministische Festival. Ein hybrider Katalisator zwischen Lateinamerika und Europa, besonders zwischen ...

PAINT IT. SHOW IT. LIVE IT.

Schauspielhaus Zürich

Paint it. Show it. Live it.

Ein guter Streik muss vorbereitet sein. Im Maalsaal des Schauspielhaus Zürich basteln und malen wir gemeinsam Plakate und Schilder für den feministischen ...

Karl der Grosse

Allez, les femmes et toutes les personnes solidaires!

«Nei säged, sölled mir vo nüt me anderem träume, Job heisst jetzt Freiwilligearbeit und Freiziit Enkelhüete…»  «S’isch uf de Gass wo’s ...

Veröffentlicht am 04. Juni 2026.

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